Was möchten Sie konkret für Jugendliche in Lichtenberg verbessern, zum Beispiel bei Ausbildung, Freizeitangeboten und öffentlichen Einrichtungen?

Claudia Engelmann trägt auf ihrem Profilbild kurzes Haar, eine Brille, einen roten Rundhalsschal und ein schwarzes Jackett.
Claudia Engelmann
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Frage von Fabienne T. •

Was möchten Sie konkret für Jugendliche in Lichtenberg verbessern, zum Beispiel bei Ausbildung, Freizeitangeboten und öffentlichen Einrichtungen?

Claudia Engelmann trägt auf ihrem Profilbild kurzes Haar, eine Brille, einen roten Rundhalsschal und ein schwarzes Jackett.
Antwort von Die Linke

Liebe Frau T.

vielen Dank für Ihre Frage. Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern, die mittlerweile im Teenageralter und hier in Lichtenberg aufgewachsen sind. Deshalb kenne ich aus erster Hand, woran es hier im Bezirk fehlt: Es gibt nicht ausreichend Schulplätze. Marode Schulen und Sportstätten müssen dringend saniert werden und die Kürzungen bei der Finanzierung von Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche erachte ich als hoch problematisch. 

Und so bin ich damals auch in die Politik gekommen: Ich wollte der Hilflosigkeit, die ich aufgrund der Situation empfand, etwas entgegensetzen, mich engagieren und etwas für unsere Kinder und Jugendlichen bewegen. Ich habe mich viele Jahre ehrenamtlich engagiert, bevor ich in die Partei DIE.LINKE eingetreten bin und mich in der Bezirksverordnetenversammlung in Lichtenberg prioritär für die Belange von Kindern und Jugendlichen eingesetzt habe. Als Mitglied der thematisch zuständigen Ausschüsse und Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses von 2016 bis 2021 konnte ich einiges bewegen. 

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und die Stärkung ihrer Rechte sind mir dabei eine Herzensangelegenheit. Die Einführung eines ressortübergreifenden Haushaltstitels dafür, die Initiierung der Jugend-Bezirksverordnetenversammlung sowie der 2021 erstmals verliehene Jugend-Engagementpreis sind dafür wichtige Bausteine. Ein Meilenstein für die Kinder- und Jugendarbeit bleibt dabei die Einführung des Jugendförder- und Beteiligungsgesetzes, die ich als Koordinatorin aller Jugendhilfeausschuss-Vorsitzenden intensiv begleitet habe. Ich setze mich auch weiterhin besonders für die Kinder- und Jugendbeteiligung, den Ausbau queerer, politischer und kultureller Bildungsangebote und eine Verbesserung des Zustandes der Regionalen Sozialpädagogischen Dienste ein. Die Sicherung von Räumen für Kinder und Jugendliche im Bezirk bleiben bei mir im Fokus - einmal mehr, weil das Ressort Jugend und Familie auf Landesebene seit 2023 von der CDU geführt wird und ich hier keine ausreichenden Fortschritte bei der Verbesserung der Situation erkennen kann.

Auch wissen wir seit nunmehr mehr als 10 Jahren, dass es in Lichtenberg zu wenig Schulplätze und Fachkräfte geben wird. Es knirscht trotz aller geschaffenen Maßnahmen durch die Berliner Schulbauoffensive an allen Ecken und Enden im Bezirk. In vielen Teilen Lichtenbergs hat der demografische Wandel eingesetzt, Familien ziehen weiter zu. Das drückt immer mehr auf die angespannte Situation. Es fehlen im ganzen Bezirk noch immer tausende Schulplätze und überall auch Lehrer:innen, Erzieher:innen und Sozialarbeitende. Auch die Sauberkeit in den Schulen lässt zu wünschen übrig und das Thema der Rekommunalisierung der Schulreinigung wurde nach der Wiederholungswahl 2023 und dem Ende der rot-rot-grünen Koalition, die dieses im Koalitionsvertrag festgeschrieben hatte, nicht mehr weiterverfolgt.

Nicht zuletzt kämpfe ich im Abgeordnetenhaus als Sportpolitische Sprecherin dafür, dass mehr Gelder in die Sanierung maroder Sportstätten fließt – nicht nur in Lichtenberg warten Turnhallen und Schwimmbäder seit Jahren auf dringend nötige Sanierungen. Ich arbeite dafür unter anderem auch eng mit dem NOlympia-Bündnis Berlin zusammen, um die Millionen, die mit Berlins Olympia-Bewerbung verbrannt werden, eher dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden: In unseren Kiezen und unserem Lebensraum. 

Über die vielen Jahre, die ich in diesem politischen Bereich tätig bin, habe ich mir ein großes Netzwerk aufgebaut – zu den Schulen und Elternvertretungen, zu den Jugendeinrichtungen, Vereinen und Träger*innen, in alle politisch relevanten Ebenen und nicht zuletzt in die zuständigen Verwaltungsbehörden. Ich weiß, wo genau es fehlt und welche Baustellen wir angehen müssen, damit wir ganz konkret vor Ort die Situation für unsere Kinder und Jugendlichen verbessern. Und ich hoffe, dass ich dieses Wissen und mein Netzwerk nach den Wahlen am kommenden Sonntag weiter dafür einsetzen darf, um mich um genau diese Probleme zu kümmern.

Mit solidarischen Grüßen

Ihre Claudia Engelmann

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