Wird die linke in diesem Wahlkampf 2026 in der Umgebung Rhinstraße/Alle der Kosmonauten noch Präsenz zeigen?

Claudia Engelmann trägt auf ihrem Profilbild kurzes Haar, eine Brille, einen roten Rundhalsschal und ein schwarzes Jackett.
Claudia Engelmann
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Frage von Philipp B. •

Wird die linke in diesem Wahlkampf 2026 in der Umgebung Rhinstraße/Alle der Kosmonauten noch Präsenz zeigen?

Sehr geehrte Frau Engelmann,

ich bin Philipp (31) und lebe in der Nähe der Selgros Lichtenberg/AWO Erstaufnahmelager. Dennis Haustein ist Politisch in meiner Umgebung sehr engagiert und aktiv, daher würde ich ihm aktuell meine Erststimme zukommen lassen. Ich wähle sonst eher Links, dennoch habe ich nahezu keine Informationen oder Bemühungen ihrerseits zur Kenntnis nehmen können. Die Umgebung fällt zunehmend an die Rechten, Hakenkreuz-Kritzeleien und Menschenverachtende Sticker vermehren sich an der Rhinstraße. Die Menschen im Erstaufnahmelager Rhinstr. haben keine verständnisvollen Nachbarn (mehr).

Claudia Engelmann trägt auf ihrem Profilbild kurzes Haar, eine Brille, einen roten Rundhalsschal und ein schwarzes Jackett.
Antwort von Die Linke

Lieber Philipp,

vielen Dank für Ihre ehrlichen Worte und dass Sie sich die Zeit genommen haben, mir auf diesem Weg zu schreiben. Ich schätze dieses direkte Feedback sehr, denn nur so erfahre ich, wo der Schuh drückt und wo ich vielleicht als Ansprechpartnerin noch präsenter werden muss. 

Ihre Beobachtungen rund um die Rhinstraße und die AWO-Erstaufnahmeeinrichtung besorgen mich zutiefst. Dass sich Hakenkreuz-Kritzeleien und menschenverachtende Sticker häufen und die Stimmung gegenüber den Geflüchteten in der Nachbarschaft kippt, dürfen wir nicht hinnehmen. Als Sozialarbeiterin und Abgeordnete der Linken ist es mir ein absolutes Herzensanliegen, gegen jeden Rechtsruck, Rassismus und Ausgrenzung klare Kante zu zeigen und den Zusammenhalt in unserem Bezirk zu stärken. Wir dürfen die Menschen in der Unterkunft und die Anwohnenden, die sich für ein solidarisches Miteinander einsetzen, nicht alleine lassen. Ich nehme Ihre Schilderungen umgehend in meine politische Arbeit mit, um zu prüfen, wie wir hier im Kiez zivilgesellschaftlich und politisch stärker gegenhalten können.

Dass Sie meine Arbeit bisher kaum wahrgenommen haben, bedaure ich. Im politischen Alltag setze ich den Fokus sehr stark auf direkte nachbarschaftliche Begegnungen, bei denen wir als Linke Räume für echten Austausch schaffen. Gerade in den letzten Wochen war ich in Lichtenberg sehr aktiv: Im August haben wir eine fünftägige Tour "Ferienspaß für alle" durch den Bezirk gemacht, um Familien zusammenzubringen. Erst am 1. September haben wir mit der Veranstaltung "Rock für den Frieden" ein klares, lautstarkes Zeichen für ein solidarisches Miteinander gesetzt, und vergangenen Dienstag fand die 1. Lichtenberger Beach Olympiade im Fennpfuhlpark statt. Außerdem war ich mit vielen Infoständen unterwegs, aber da scheinen wir uns verpasst zu haben.

Ich möchte Ihre Nachricht aber vor allem als Anlass nehmen, Sie ganz herzlich einzuladen: Übermorgen, am Samstag, den 12. September, veranstalte ich ein großes Kiezfest auf dem Anton-Saefkow-Platz (unter anderem mit Live-Musik von Suli Puschban, Transophonix und DJ Gysi.

Kommen Sie doch gerne vorbei! Es wäre eine wunderbare Gelegenheit, uns persönlich kennenzulernen. Ich würde mich sehr freuen, mich mit Ihnen vor Ort konkret darüber auszutauschen, was wir im Umfeld der Rhinstraße tun können, um der rechten Hetze etwas entgegenzusetzen und das nachbarschaftliche Klima zu verbessern.

Mit solidarischen Grüßen

Ihre Claudia Engelmann

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