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Können Sie uns helfen, dass Menschen, die Therapie brauchen, auch welche bekommen?

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Claudia Moll
SPD
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Frage von Michaela W. •

Können Sie uns helfen, dass Menschen, die Therapie brauchen, auch welche bekommen?

Sehr geehrte Frau Moll, ich hatte Ihnen schon eine Email geschrieben, aber leider noch keine Antwort bekommen. Ich wende mich noch einmal an Sie, weil ich aus Extra Drei in Erinnerung habe, wie pragmatisch und warmherzig Sie aufgetreten waren. Wir sind ziemlich verzweifelt über die Pläne, unsere Leistungen zu budgetieren. Dieser Schritt wird kurzfristig Geld sparen, aber mittel- und langfristig zu Schäden führen: Nicht behandelte Eltern schädigen ungewollt ihre Kinder. Nicht behandelte Kinder stressen auch ungewollt ihre Eltern (diese versuchen manchmal, ihre Kinder mit einem Buch selber zu behandeln, was zu ziemlich schlimmen Ergebnissen führen kann). Nicht behandelte Menschen belasten ihr Umfeld und leisten weniger am Arbeitsplatz. Statt Therapie Klinik? Viel teurer. Natürlich müssen wir sparen. Aber bitte schützen Sie die Existenz der "halben Sitze", indem wir weiterhin unsere Patient*innen sicher versorgen können. Danke! M. W., Verhaltenstherapeutin aus PAF

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau W., 

herzlichen Dank für Ihre Eingabe und Ihre freundlichen Worte. 

In Ihrer Nachricht sprechen Sie die Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen an. Die Finanzkommission Gesundheit begründet ihren Vorschlag zur Rückführung der Psychotherapie in die Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) zwar mit einer starken Ausgabensteigerung, erklärt aber auch selbst, dass "eine stärkere Einbindung in die MGV die finanziellen Anreize für eine Ausweitung psychotherapeutischer Behandlungskapazitäten verringern könnte". Die im Gesetzesentwurf beschriebene Ausnahme für die kinder- und jugendpsychiatrische Grundversorgung begrüße ich ausdrücklich. Fest steht, dass künftige Anpassungen im Bereich psychotherapeutischer Leistungen in einer Gesamtstrategie eingebettet sein müssen, die die Versorgung verbessern. Es darf in keinem Fall zu einer Verschlechterung in des Angebotes und des Leistungsumfangs kommen. 

Im Koalitionsvertrag haben wir uns darauf verständigt, die Versorgung im Bereich der psychischen Gesundheit zu stärken und den Zugang zu Therapie zu verbessern. An diesem Entschluss halten wir fest. Es darf keine Entscheidung geben, die es Betroffenen noch schwerer macht, einen dringend benötigten Therapieplatz zu finden. 

Mit freundlichen Grüßen 

Claudia Moll 

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