Sind die Linksextremen nicht gefährlicher als die Rechtsextremen ?
Sehr geehrter Herr Banaszak,
Seit Jahren kommt von ihrer Partei immer der Hinweis das Rechtsextreme die größte Gefahr für unser Land sind. Einen Anschlag wie in Berlin (und ähnliche) haben wir bislang aber nur aus der „linken Ecke“ erlebt. Müssen sie daher nicht ihre Haltung überprüfen?
Sehr geehrter Herr G.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Der Anschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar 2026 und der daraus resultierende Stromausfall für über 45.000 Haushalte war eine harte Zerreißprobe. Mitten im Winter ohne Strom und Warmwasser dazustehen, war nicht nur für viele Menschen ein massiver Einschnitt in ihren Alltag, sondern besonders für Alten- und Pflegeheime enorm gefährlich.
Dieser Vorfall zeigt deutlich mehrere dringende Handlungsfelder. Zum einen muss unsere kritische Infrastruktur besser geschützt werden. Es ist nicht hinzunehmen, dass ein einzelner Brandanschlag an einem Punkt so gravierende Folgen für zehntausende Berlinerinnen und Berliner haben kann. Deshalb braucht es einen umfassenderen Sabotageschutz, insbesondere für kritische Infrastrukturen.
Darüber hinaus ist es besorgniserregend, dass wir nach Jahren und zahlreichen gefährlichen Aktionen noch immer kein klares Bild über die linksextreme sogenannte „Vulkangruppe“ haben. Hier muss das Bundesinnenministerium, insbesondere Innenminister Alexander Dobrindt, dringend seiner Verantwortung nachkommen und nachbessern.
Am Ende entscheiden jedoch nicht Politiker*innen, welche Gefahr besonders groß ist, sondern die Sicherheitsbehörden. Und deren Zahlen weisen seit Jahren darauf hin, dass der Rechtsextremismus die größere Bedrohung für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellt.
Jede einzelne Gewalttat, egal ob von links oder rechts, ist inakzeptabel und muss auf das Schärfste verurteilt werden. Gleichzeitig müssen sich politische Prioritäten an der tatsächlichen Gefahrenlage orientieren. Eine einseitige Fokussierung auf den Linksextremismus und ein zeitgleiches strukturelles Wegschauen beim Rechsextremismus greift deshalb zu kurz.
Mit freundlichen Grüßen
Team Banaszak
