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Wie stehen Sie zur Abschaffung von Steuervorteilen für große Erbschaften?

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Gudula Achterberg
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Frage von Dennis R. •

Wie stehen Sie zur Abschaffung von Steuervorteilen für große Erbschaften?

Bei der These "Baden-Württemberg soll sich im Bundesrat für das Ende von Steuervorteilen bei sehr großen Erbschaften einsetzen." haben Sie als Antwort "neutral" ausgewählt. Können Sie Ihre Haltung zu dieser Thematik erläutern?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr R., vielen Dank für Ihre Frage. Es gibt Fragen, die nicht mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten sind und dieser Thematik daher auch nicht gerecht werden. Generell plädiere ich dafür, dass stärkere Schultern mehr Last tragen können als schwächere und dies auch sollten. Zudem bin ich auch der Auffassung, dass Steuerschlupflöcher geschlossen und Steuerhinterziehung konsequent bekämpft werden sollten. Menschen mit niedrigerem Einkommen sollten entlastet werden und Menschen mit hohen Einkommen könnten stärker belastet werden. Damit können wir unser Gemeinwesen besser solide finanzieren und somit den sozialen Zusammenhalt mehr fördern. Hier ist sicher noch einiges an Optionen denkbar. 

Auch die Erbschaftssteuer möchten wir gerechter gestalten. Wenn große Vermögen durch Ausnahmen praktisch steuerfrei weitergegeben werden können, kann das zu einer ungerechtfertigten Vermögenskonzentration beitragen. 

Als Beispiel sei hier die de facto Steuerbefreiung bei Erbschaften ab 300 Wohneinheiten genannt, wenn hier dann kaum oder gar keine Steuer gezahlt werden muss, während z.B. beim Erbe von einer oder wenigen Wohneinheiten der volle Betrag anfallen würde. 

Gleichzeitig möchte ich aber auch betonten, dass es nicht darum geht, kleine Erbschaften oder familiengeführte Unternehmen zu gefährden, denn gerade hier brauchen wir Lösungen, um die Unternehmen zu stützen, damit die Unternehmensnachfolgen gesichert werden können. 

Ich hoffe, ich konnte damit erläutern, warum ich diese Frage nicht mit einem Ja oder nein beantwortet habe. 

Mit freundlichen Grüßen, Gudula Achterberg

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