ZusatzAW15.01.Wer verliert seine Investition,wenn dasStadtviertel Stuttgart Rosenstein nicht gebaut werden kann? Was steht im Koalitionsvertag zu oberirdische Gleise S21, Gäubahn, Pfaffensteigtunnel?
Danke für AW.
In Ihrer Anwort vom 15.01.26 haben Sie auf des Wahlprogramm der Grünen BW verwiesen. Was haben Sie mit der CDU in der Koalition vereinbart?
„Die oberirdische Gleisanlage muss so lange betriebsbereit gehalten werden, bis sich der Betrieb im neuen Tiefbahnhof bewährt hat. Dabei ist eine umsteigefreie Anbindung der Gäubahn-Reisenden an den Stuttgarter Hauptbahnhof zu gewährleisten.“ (Wahlprogramm Seite 51)
Wie ich es verstehe, wird der Paffensteigtunnel, eines der teuersten Infrastrukturprojekte, Gebaut um S21 unterirdisch überhaupt noch theoretisch irgendwie Betreiben zu können. Um damit das Stadtviertel Stuttgart Rosenstein auf den ehemaligen oberirdischen Gleisen entstehen zu lassen.
Die Kosten soll der Kunde der DB durch höhere Preise und schlechtere Verbindungen zahlen.
Wer würde seine Investition (Geld) verlieren, wenn das Stadtviertel Stuttgart Rosenstein nicht realisiert werden kann?
Ist der verweis Ihrer Kollegen auf die BT-Drucksache 21/1992 noch aktuell?
Sehr geehrter Herr R,
das Rosensteinviertel wurde von der Stadt Stuttgart erworben, die als alleinige Trägerin für Planung und Bau verantwortlich ist – nicht das Land Baden-Württemberg. Mit einer Fertigstellung wird frühestens in den 2040er Jahren gerechnet. Weitere konkrete Investoren sind mir bislang nicht bekannt.
Im Koalitionsvertrag mit der CDU haben wir klar festgehalten: Die Direktverbindung nach Singen und Zürich muss lückenlos erhalten bleiben – eine Unterbrechung vor Inbetriebnahme von Stuttgart 21, die sich nun bis 2031 verzögert, kommt nicht infrage. Gleichzeitig muss die Beschleunigung der Gäubahn konsequent vorangetrieben werden. Für die Zukunft ist der Pfaffensteigtunnel der Schlüssel für eine dauerhaft starke Direktanbindung der Gäubahn an die Landeshauptstadt und den Flughafen Stuttgart.
Somit decken sich die Ziele des Koalitionsvertrags weitestgehend mit den Forderungen aus unserem Wahlprogramm und unser zentrales Anliegen, die unterbrechungsfreie Verbindung zum Stuttgarter Hauptbahnhof, bleibt bestehen.
Leider werden viele Angebote des SPNV und ÖPNV in der Tat teurer. Das Deutschlandticket kostet 63 Euro pro Monat ab dem 01.01.2026. Die vorherigen Preise – insbesondere der Startpreis von 49 Euro pro Monat – konnte die Kostensteigerungen bei den Bahnunternehmen nicht mehr decken. Da weder der Bund noch die Länder in der Lage waren, ihre Zuschüsse für das Deutschlandticket zu erhöhen, war die Preisanpassung ärgerlich, aber notwendig.
Ähnliches gilt auch für das D-Ticket JugendBW, das 45 Euro pro Monat ab dem 01.01.2026 kostet.
Hier waren weder das Land noch die Kommunen in der Lage, ihre Zuschüsse zu erhöhen, so dass auch diese Preisanpassung an die Fahrgäste weitergegeben werden musste.
Gleichwohl sind Deutschlandticket und D-Ticket JugendBW immer noch sehr attraktive Angebote, wenn auch ein Dauertiefpreis wünschenswert wäre.
Der Verweis auf die BT-Drucksache 21/1992 ist weiterhin aktuell. Das Bundesverkehrsministerium hat am 29.01.2026 die Baufinanzierungsvereinbarung des Pfaffensteigtunnels abgeschlossen und ca. 1,7 Milliarden Euro für das Projekt bereitgestellt.
Ich danke Ihnen für Ihr Interesse!
Mit freundlichen Grüßen
Gudula Achterberg
