Sehr geehrte Frau Aigner stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung zu? Ja oder nein
Rentenreform
Sehr geehrter Herr P.,
vielen Dank für Ihre Frage, die einen wichtigen Punkt in der aktuellen Rentendebatte anspricht.
Nachdem ich nicht dem Deutschen Bundestag angehöre, kann ich weder zustimmen, noch ablehnen. Trotzdem möchte ich gerne meine Haltung erläutern.
Eine automatische Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung ist zwar kein einfacher Schritt, angesichts des demografischen Wandels aber eine ernstzunehmende Option. Wenn Menschen länger leben, muss das Rentensystem langfristig finanzierbar bleiben. Das schulden wir nicht nur den heutigen Rentnerinnen und Rentnern, sondern vor allem auch den jüngeren Generationen, die dieses System tragen werden.
Was mich dabei leitet: Verlässlichkeit und Gerechtigkeit. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, muss sich darauf verlassen können, dass seine Rente sicher ist. Gleichzeitig darf die Last nicht einseitig auf die Schultern der Jüngeren abgewälzt werden.
Die CSU-Landesgruppe sieht in den Empfehlungen der Rentenkommission, zu denen auch die schrittweise Anpassung des Renteneintrittsalters ab 2031 gehört, eine gute Grundlage für eine umfassende und generationengerechte Reform. Entscheidend ist, dass bei jeder Anpassung diejenigen berücksichtigt werden, die körperlich schwere Arbeit leisten und schlicht nicht länger arbeiten können.
Kurz gesagt: Ja zur Debatte, ja zu mehr Fairness zwischen den Generationen – aber mit Augenmaß und sozialer Sorgfalt.
Beste Grüße
Ilse Aigner, MdL
