Warum wurde Lilium nicht unterstützt?
Sehr geehrte Frau Aigner, mich würde interessieren, wieso die bayerische Staatsregierung zugesehen hat, wie das Know-how der Firma Lilium für 18 Mio in die USA verkauft wurde. Es ist ja nicht so, dass es einen Überschuss an Zukunftsvisionen gibt, weder in der Wirtschaft noch in der Politik.
Müssten wir nicht dringend unsere Start ups mit allen Mitteln unterstützen und kreative Ideen massiv fördern.
Aktuell wird in der Presse diskutiert, dass ein immenser Betrag für Pandabären ausgegeben soll. Als Bürger fragt man sich, wo die Schwerpunkte der bayerischen Regierung angesiedelt sind.
Vielleicht gibt es eine Erklärung?
MfG
Sonja R.
Sehr geehrte Frau R.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Gerne beantworte ich Ihre Fragen, die sich eigentlich an die Staatsregierung richtet, der ich nicht angehöre.
Die bayerische Staatsregierung setzte sich nachdrücklich für Lilium ein. Der Freistaat hatte eine Bürgschaft über 50 Millionen Euro zugesagt – unter der Bedingung, dass der Bund die verbleibenden 50 Millionen Euro eines insgesamt 100-Millionen-Euro-Kreditpakets übernimmt. Im Oktober 2024 – während der damaligen Ampel-Bundesregierung - hat der Haushaltsausschuss des Bundestages die Bundesbürgschaft jedoch abgelehnt. Ohne diese Bundesbeteiligung war es dem Freistaat allein nicht möglich, das finanzielle Risiko für ein Unternehmen zu tragen, das zu diesem Zeitpunkt bereits über 1,5 Milliarden Euro an Kapital verbraucht hatte. Die bayerische Staatsregierung hat die Entscheidung des Bundes seinerzeit ausdrücklich als „bitteren Rückschlag für den Hochtechnologiestandort Deutschland" kritisiert.
Was den Vergleich mit dem Panda-Projekt betrifft, so verstehen wir, dass sich angesichts des Schicksals von Lilium Fragen zur Schwerpunktsetzung aufdrängen. Beide Vorhaben betreffen jedoch grundlegend unterschiedliche Finanzierungsbereiche und Zuständigkeiten. Das Thema Start-up-Förderung und Industriepolitik bleibt für die CSU ein zentrales Anliegen – Bayern investiert mit der Hightech Agenda Bayern massiv in Zukunftstechnologien und Innovation.
Mit freundlichen Grüßen
Ilse Aigner, MdL
