Was war Ihr größter Erfolg & Ihr größtes Versäumnis der letzten 24 Monate, und was motiviert Sie heute, mir hierauf (statt mit Standardfloskeln) öffentlich und ehrlich zu antworten?
Wahlplakate vermitteln oft nur ein glattes Bild. Um eine fundierte Wahlentscheidung zu treffen, möchte ich ein Gefühl dafür bekommen, wie Sie persönlich „ticken“. Mich interessiert Ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion abseits der Parteilinie.
Daher bitte ich Sie um eine Konkretisierung:
Welchen Erfolg der letzten 2 Jahre schreiben Sie sich persönlich zu?
Welche Entscheidung oder Positionierung aus diesem Zeitraum bereuen Sie heute am meisten?
Warum nutzen Sie dieses Portal für eine öffentliche Antwort – ist es für Sie Statistik-Pflege oder echte Bürgernähe?
Ich verzichte bewusst auf komplexe Fachfragen, um Raum für authentische Antworten zu geben. Ihre Rückmeldung ist für mich maßgeblich. Vielen Dank.
Hallo T. H.
Ein Erfolg der letzten Jahre an dem ich beteiligt war ist für mich der Aufbau des feministischen Bündnisses Mannheim, mit sichtbaren Demonstrationen am 8. März und am 25. November. Es ist wichtig, dass Themen wie Gewalt gegen Frauen*, Gleichstellung und Selbstbestimmung gerade in Zeiten eines erstarkenden Antifeminismus öffentlich sichtbar sind. Gleichzeitig glaube ich nicht an die Erzählung vom „persönlichen politischen Erfolg“. Politische Veränderungen entstehen nie alleine, sondern immer gemeinsam mit vielen engagierten Menschen – und sie kommen nicht über Nacht, sondern oft erst nach Jahren kontinuierlicher Arbeit.
Wenn ich selbstkritisch auf die letzten zwei Jahre schaue, frage ich mich manchmal, ob ich an einigen Stellen zu sehr auf möglichst breite Bündnisse gegen Rechts gesetzt habe. Grundsätzlich halte ich solche Bündnisse weiterhin für notwendig. Aber Äußerungen über „Stadtbild“, migrationspolitische Zuspitzungen oder das Verschieben des politischen Diskurses nach rechts zeigen auch: Breite Bündnisse dürfen nicht bedeuten, problematische Positionen zu relativieren.
Ich nutze Abgeordnetenwatch, da nicht jede Person die Zeit oder Möglichkeit hat, Veranstaltungen oder Sitzungen zu besuchen. Plattformen wie diese schaffen einen niedrigschwelligen Zugang zu politischem Dialog – und ermöglichen gleichzeitig Transparenz.
