Label
Wie stehen sie zu den Reformplänen der Bundesregierung? Stimmen Sie für die Krankschreibung ab erstem Tag und vor allem, stimmen Sie einer Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung zu?

Portrait von Janina Böttger
Janina Böttger
Die Linke
75 %
/ 8 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Jana D. •

Wie stehen sie zu den Reformplänen der Bundesregierung? Stimmen Sie für die Krankschreibung ab erstem Tag und vor allem, stimmen Sie einer Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung zu?

Portrait von Janina Böttger
Antwort von Die Linke

Sehr geehrte Frau D.,

mit dem Reformpaket hat die Bundesregierung vor allem Nebelkerzen statt tatsächlicher Lösungen vorgelegt. Die Einführung der Krankschreibung ab dem ersten Tag halte ich für Grund falsch und sie offenbart Misstrauen gegenüber arbeitenden Menschen. Mit dieser Maßnahme werden mehr Menschen dazu gezwungen sich krank auf Arbeit zu schleppen. Im ländlichen Raum von Sachsen-Anhalt erscheint es noch dazu wenig praktikabel, wenn der nächste Arzt nicht gut erreichbar ist. Mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz wurde den Patient:innen mehr Kosten auferlegt und gleichzeitig bei der Versorgung gespart. Wenn nun auch noch die Krankschreibung ab dem ersten Tag eingeführt wird, wird es zu noch längeren Wartezeiten in den Arztpraxen kommen.

Unser Gesundheitssystem braucht nicht weniger, sondern mehr Solidarität. Unsere Lösung: Alle sollten in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen, auch Beamte, Abgeordnete und Menschen mit hohen Einkommen. Wer mehr verdient, muss auch mehr beitragen. Wir brauchen endlich eine Versorgung, die die Patient*innen in den Mittelpunkt stellt und nicht einzelne Lobbygruppen bedient. Denn eine gute Gesundheitsversorgung darf kein Luxus sein.

Eine Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung lehnen wir als Die Linke klar ab. Die durchschnittliche Lebenserwartung sagt wenig darüber aus, wie lange Menschen tatsächlich gesund arbeiten können, insbesondere in körperlich oder psychisch belastenden Berufen. Statt das Renteneintrittsalter immer weiter anzuheben, setzen wir uns für eine solidarische gesetzliche Rente ein, in die alle einzahlen, wie oben bei der gesetzlichen Krankenversicherung gefordert. Gerade in Ostdeutschland, wo die meisten Menschen nicht noch zusätzlich eine betriebliche Rentenversorgung haben, sind die Menschen im Alter auf die gesetzliche Rente angewiesen. Sie muss daher gesichert werden, um auch im Alter den Lebensstandard sicher zu stellen und einen würdevollen Ruhestand zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Janina Böttger

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Janina Böttger
Janina Böttger
Die Linke

Weitere Fragen an Janina Böttger