wie werden die Risiken durch niedrigen Füllstand der Gasspeicher, Dunkelflaute und Kälteeinbruch in der zweiten Winterhälfte angegangen? Gasturbine fällt mangels Gas im Speicher aus!

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Jochen Ott
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wie werden die Risiken durch niedrigen Füllstand der Gasspeicher, Dunkelflaute und Kälteeinbruch in der zweiten Winterhälfte angegangen? Gasturbine fällt mangels Gas im Speicher aus!

Sehr geehrter Herr Ott,

gestern sah und hörte ich im ÖRR, dass die Gasspeicher kurz vor der kalten Jahreszeit nicht/nur zur Hälfte gefüllt seien. Den Berichten nach garantieren die Gasversorger nur eine Erdgasversorgung für die erste Winterhälfte.
Für die zweite Winterhälfte muss ich mich auf einen Ausfall meines Primärbrennstoffes einrichten. Damit verbunden ist ein hohes Risiko des Ein- und Auffrierens von Heizungsanlagen und Wasserleitungen.
Als Alternative steht im Haus Elektrizität zur Verfügung. Die Beschaffung einer ausreichenden Zahl von Elektroheizgeräten (eines pro beheizten Raums) müsste baldmöglichst eingeleitet werden.
Hierbei kommt ein weiteres Problem der Energiewende ins Spiel. Bei grosser Kälte und einer Dunkelflaute (bei geringer Windstromerzeugung, wie gerade jetzt) bedeutet der durch die zusätzlichen Elektroheizgeräte erzeugte Bedarf eine weitere Belastung der ohnehin fragil gewordenen Stromerzeugung. Ohne Gas im Speicher hilft auch kein Gasturbinenkraftwerk.

Frage von Herbert W. am
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Zeit bis zur Antwort: 1 Woche

Sehr geehrter Herr W.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Frage. Als schulpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion in NRW gehören energiepolitische Fragestellungen nicht zu meinem primären Aufgabengebiet.

Die Erdgasversorgungslage kann in Deutschland durchaus in hohem Maße als sicher und zuverlässig angesehen werden; insbesondere die privaten Haushalte genießen nach EU- und nationalem Recht einen besonderen Schutz. Eine Verschlechterung der Versorgungslage kann allerdings nie ganz ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund wurden bereits 2010 durch das EU-Parlament und den EU-Rat Maßnahmen zur Gewährleistung einer sicheren Versorgung der Bevölkerung getroffen. Nachfolgend ein Link zu der Seite des Ministeriums für Wirtschaft und Energie. Dort erhalten Sie einen Überblick über die Maßnahmen zum nationalen Präventionsplan und Notfallplan für Gas: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/gas-krisenvorsorge-management.html .

Auch bei den Stromausfallquoten liegt Deutschland in Sachen Versorgungssicherheit ganz vorne. Es zeigt sich fast kein anderes europäisches Land mit einer ähnlich niedrigen Ausfallquote. Im Moment sind sogar Überkapazitäten an Strom vorhanden, sodass  NRW etwaige Überschüsse in die anderen Bundesländer exportieren kann.

Private Haushalte würden einen Mangel an Gas und Strom sicherlich zuerst am jeweiligen Preis merken. Dass es in der zweiten Hälfte des Winters zu einer Unterversorgung mit Gas oder Strom kommt, ist unwahrscheinlich.

Als SPD setzen wir uns bereits seit Jahren für den Ausbau von erneuerbaren Energien ein und werden diesen für eine erfolgreiche Energiewende weiter vorantreiben. Versorgungssicherheit in energiepolitischen Fragestellungen ist für uns ein wichtiges Anliegen. Ein großes und diverses Spektrum an möglichst vielen unterschiedlichen Quellen an Energielieferanten ist deshalb wichtig, wofür wir uns auch in Zukunft starkmachen werden.

Wenn Sie darüber hinaus noch weitere Informationen zu den Füllständen der Gasspeicher haben möchten, bitte ich Sie, sich direkt an ihren Gasanbieter zu wenden, da die Befüllung der Gasspeicher in dessen Ermessen liegt.

Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.

Mit besten Grüßen

Jochen Ott

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