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Was ist aus Ihrer Sicht eine hinreichend gute psychotherapeutische Versorgung und wie können verlässliche Rahmenbedingungen hierfür gewährleistet werden?

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Johannes Fechner
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Frage von Dorika F. •

Was ist aus Ihrer Sicht eine hinreichend gute psychotherapeutische Versorgung und wie können verlässliche Rahmenbedingungen hierfür gewährleistet werden?

Die angedachten und bereits umgesetzten Maßnahmen zur Reform der GKV stellen die Psychotherapeut_innen vor teils massive wirtschaftliche Herausforderungen. Dies wird sich unmittelbar auf die Versorgungslage auswirken. Wenn erbrachte Leistungen nicht adäquat vergütet werden, wird es weniger Therapieplätze und somit Behandlungen geben. In diesem Zusammenhang muss daher die Frage nach dem gesellschaftlichen Stellenwert von Psychischer Gesundheit gestellt werden.

Wie stehen Sie dazu?

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Antwort von SPD

Liebe Dorika,

vielen Dank für deine Nachricht und die wichtigen Hinweise zur psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland.

Für mich ist klar, dass psychische Gesundheit denselben Stellenwert haben muss wie körperliche Gesundheit. Eine gute psychotherapeutische Versorgung bedeutet aus meiner Sicht vor allem, dass Menschen in einer psychischen Krise schnell, wohnortnah und unabhängig von ihrem Einkommen einen Therapieplatz erhalten können. Lange Wartezeiten von mehreren Monaten sind für Betroffene und Angehörige oft eine enorme Belastung und deshalb nicht akzeptabel.

Ebenso wichtig sind verlässliche Rahmenbedingungen für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Wer täglich Verantwortung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen übernimmt, braucht Planungssicherheit und eine faire Vergütung. Wenn wirtschaftlicher Druck dazu führt, dass Praxen weniger Leistungen anbieten oder junge Therapeutinnen und Therapeuten sich gegen eine Niederlassung entscheiden, verschlechtert sich die Versorgung unmittelbar.

Die derzeitigen Diskussionen über Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung sehe ich deshalb mit großer Aufmerksamkeit. Richtig ist, dass die Finanzlage der GKV angespannt ist und Reformen notwendig sind. Gleichzeitig darf eine Stabilisierung der Beiträge nicht zulasten der Patientinnen und Patienten gehen. Genau darauf weist auch die SPD-Bundestagsfraktion in den aktuellen parlamentarischen Beratungen hin.

Im Zusammenhang mit den geplanten Maßnahmen im Bereich der Psychotherapie haben wir ausdrücklich deutlich gemacht, dass mögliche negative Auswirkungen auf die Versorgung sehr genau geprüft werden müssen. Insbesondere die Kombination aus Änderungen bei Kurzzeittherapien und Honoraranpassungen durch die Selbstverwaltung, auf die die Politik keinen Einfluss hat, darf nicht dazu führen, dass Therapieangebote eingeschränkt werden. Die SPD-Bundestagsfraktion hat das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert darzulegen, welche Auswirkungen diese Entscheidung auf die Versorgung haben kann und welche Maßnahmen ergriffen werden, um Einschränkungen zu verhindern.

Im Koalitionsvertrag haben SPD und CDU/CSU vereinbart, die Versorgung im Bereich der psychischen Gesundheit zu stärken und den Zugang zu Therapieangeboten zu verbessern. An diesem Ziel halte ich ausdrücklich fest. 

Vielen Dank nochmals für deine Nachricht, der Austausch mit der Praxis ist mir immer sehr wichtig. In diesem Zusammenhang lade ich dich auch zu einer Online-Sprechstunde unserer Gesundheitspolitikerin Lina Seitzl zu diesem Thema ein. Den Link sende ich dir direkt. 

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Fechner

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