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Sind Sie für eine Rentenaltersanpassung?

Karin Logemann
Karin Logemann
SPD
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Frage von Antje H. •

Sind Sie für eine Rentenaltersanpassung?

Karin Logemann
Antwort von SPD

Hallo Frau H.,

Vielen Dank für Ihre Frage – die trifft, aus meiner Sicht, einen wunden Punkt der aktuellen Rentendebatte.

Meine ehrliche Antwort: Nein, nicht in der Form, wie sie die Alterssicherungskommission aktuell vorschlägt.

Der Vorschlag, das Renteneintrittsalter automatisch an die durchschnittliche Lebenserwartung zu koppeln, klingt auf den ersten Blick logisch. Aber er ist in der Praxis ungerecht – und das sage ich bewusst als jemand, der viele Menschen aus Handwerk, Landwirtschaft und Pflege in seinem Wahlkreis vertritt. Wer mit 18 oder 19 auf dem Bau anfängt, in der Pflege schuftet oder in der Fischerei arbeitet, der lebt statistisch deutlich kürzer als der Durchschnitt – und soll unter diesem Modell trotzdem länger arbeiten. Das ist keine abstrakte Zahl, das sind Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet und eingezahlt haben.

Ich teile die Einschätzung, dass es gerechter sein muss, nach Beitragsjahren zu gehen statt nach der durchschnittlichen Lebenserwartung. Wer lange genug eingezahlt hat, muss das auch spüren dürfen.

Das heißt nicht, dass das Rentensystem keine Reform braucht – der demografische Druck ist real, und wir können nicht so tun, als ob sich nichts verändern müsste. Aber die Antwort darauf sollte nicht sein, dass körperlich belastete Berufsgruppen die Hauptlast tragen. Hier muss im weiteren Gesetzgebungsprozess  Nachbesserungen und eine stärkere Einbeziehung der Sozialpartner bei den Verhandlungen geben.



 

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