Ich habe 50 Euro an UNICEF gespendet, weil Kinder in Gaza unmittelbar vom Hungertod bedroht sind. Wie kann es sein, dass die Staatengemeinschaft hier nicht interveniert?
Sehr geehrter Herr Mack,
haben Sie die verzweifelten Aufrufe von UNICEF gesehen. Warum wird die Regierung hier nicht tätig. Warum wird die Europäische Union nicht tätig? Warum schauen alle weg?
Bitte handeln Sie, wie es unser Bekenntnis zu den Menschenrechten von uns fordert, und klagen Sie es zumindest öffentlich an.
Sehr geehrter Herr L.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die Appelle von UNICEF und anderer Hilfsorganisationen zur humanitären Lage im Gazastreifen nehme ich sehr ernst. Das Leid der Zivilbevölkerung – insbesondere der Kinder – ist erschütternd.
Die heutige humanitäre Krise geht auf den Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 zurück, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und etwa 250 Geiseln verschleppt wurden. Zwar gilt seit Oktober 2025 ein Waffenstillstand, dennoch bleibt die humanitäre Lage im Gazastreifen äußerst kritisch. Nach Angaben von UNICEF wurden seit Beginn des Konflikts mehr als 21.000 Kinder getötet und über 44.000 Kinder verletzt.
Deutschland schaut dabei nicht weg. Seit dem 7. Oktober 2023 hat die Bundesregierung zusätzlich mehr als 375 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in den palästinensischen Gebieten bereitgestellt. Deutschland gehört damit zu den größten bilateralen Gebern humanitärer Hilfe für die palästinensischen Gebiete Die Mittel fließen unter anderem an UNICEF, das Welternährungsprogramm, die Weltgesundheitsorganisation und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, um die Menschen mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten und medizinischer Versorgung zu unterstützen.
Ich verstehe den Wunsch nach weitergehenden Maßnahmen. Gleichzeitig sind die Handlungsmöglichkeiten Deutschlands und der Europäischen Union begrenzt. Deutschland ist keine Konfliktpartei und kann weder Israel noch die Hamas einseitig zu einem bestimmten Handeln verpflichten. Humanitäre Hilfe kann zudem nur dann wirken, wenn sie die betroffenen Menschen tatsächlich erreicht – hierfür sind sichere Zugangswege und die Mitwirkung der Konfliktparteien unerlässlich.
Umso wichtiger ist es, die humanitäre Hilfe konsequent fortzusetzen und sich gemeinsam mit unseren europäischen und internationalen Partnern weiterhin für den Schutz der Zivilbevölkerung, die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und eine dauerhafte friedliche Lösung des Konflikts einzusetzen.
