Wie bewerten Sie persönlich Ferat Koçaks Remmo-Kontakt und Elif Eralps frühere Mitgliedschaft in der Roten Hilfe? Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus für Ihre Koalitionsentscheidung?
Sehr geehrter Herr Düsterhoft,
Ferat Koçak bestätigte einen Chat mit Firas Remmo und räumte einen Fehler ein. Elif Eralp war nach Angaben ihrer Partei bis 2025 Mitglied der Roten Hilfe, die der Verfassungsschutz als linksextremistisch einstuft.
Für mich werfen diese Vorgänge Fragen nach politischem Urteilsvermögen und der Abgrenzung gegenüber problematischen Milieus auf. Wie gewichten Sie persönlich beide Fälle? Reichen Ihnen Koçaks Entschuldigung und Eralps Austritt, oder erwarten Sie weitere Aufklärung und Konsequenzen?
Bitte erläutern Sie auch, warum Sie eine Koalition unter Eralp trotz dieser Vorgänge für verantwortbar halten würden – oder weshalb nicht. Eine frühere Vereinsmitgliedschaft setze ich dabei nicht mit der Zustimmung zu sämtlichen Positionen des Vereins gleich.
Sehr geehrter Herr T.,
ich kenne Herrn Kocak seit vielen Jahren und sehe seine Haltung zum Thema Antisemitismus, zur organsierten Kriminalität sowie zum Polizei seit vielen Jahren sehr kritisch. Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Enthüllungen, die wohl noch kommen werden. Wie die Linke mit Herrn Kocak und mit den jeweiligen Themen umgehen wird, ist für mich von elementarer Bedeutung für die Koalitionsverhandlungen. Ich habe nicht vergessen, dass nicht ohne Grund viele Abgeordnete der Linksfraktion die Partei verlassen haben.
Die Mitglied von Elif Eralp in der Roten Hilfe halte ich hingegen für weniger problematisch. Auch Franziska Drohsel (SPD) war dort lange Zeit engagiert. Auch habe ich noch nicht gehört, dass man sich mit einem Engagement außerhalb des Rechtsrahmens bewegt.
Mit freundlichen Grüßen
Lars Düsterhöft
