In Portugal gibt es eine hohe Impfquote, eine hohe, schnell ansteigende 7-Tage-Inzidenz und viele Kontakt-Beschränkungen. Könnte uns das auch passieren?

Lars Rohwer
Lars Rohwer
CDU
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In Portugal gibt es eine hohe Impfquote, eine hohe, schnell ansteigende 7-Tage-Inzidenz und viele Kontakt-Beschränkungen. Könnte uns das auch passieren?

Sehr geehrter Herr Rohwer,

https://www.corona-in-zahlen.de/weltweit/portugal/ (Am 1.1.22. eine 7-Tage-Inzidenz von 1215,7 bei einer Impfquote von 89,4 %)
https://www.berliner-zeitung.de/news/trotz-hoher-impfquote-corona-massnahmen-in-portugal-werden-verschaerft-li.198083
https://www.stern.de/gesundheit/98-prozent-impfquote--diesen-weg-geht-portugal-gegen-das-coronavirus-30910886.html (Danach sollen dort 98 % der über 12 Jährigen geimpft sein.)

Wie ist es aber zu erklären, das in Südafrika die „7-Tage-Inzidenz“ trotz Omikron und niedriger Impfquote derzeit bei 108,6 liegt und nicht höher ist?
https://www.corona-in-zahlen.de/weltweit/südafrika/ (Stand 1.1.2022)

Ist die "Omikron"-Variante, die aus Südafrika kommt, nicht so gefährlich?
https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/aerztin-aus-suedafrika-aerztin-die-variante-entdeckte-wenn-wir-ueberreagieren-laufen-wir-gefahr-die-vorteile-von-omikron-zu-verpassen_id_24536158.html

Mit freundlichen Grüßen

Frage von Reinhard G. am
Lars Rohwer
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 2 Wochen 1 Tag

Sehr geehrter Herr G.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage. In den vergangen Tagen und Wochen haben wir gesehen, dass sich die Omikron-Mutation in Europa immer weiter ausbreitet und zur dominierenden Variante wird. Die neue Variante ist drei-viermal ansteckender als bisherige Mutationen, jedoch verläuft sie etwas weniger heftig. Nachdem die Infektionszahlen in den europäischen Nachbarländern in den vergangenen Wochen bereits stark angestiegen sind, steigen sie seit einigen Tagen auch in Deutschland. Die Bundesregierung steht nun vor der Aufgabe, eine Überlastung der Krankenhäuser abzuwenden. Denn auch wenn die Variante nicht so heftig verläuft, sollte man sich vor Ansteckung schützen. Denn, der rasante Anstieg der Infektionszahlen bedeutet auch mehr schwere Verläufe, die eine stationäre Behandlung benötigen.  Des Weiteren muss die Funktionsfähigkeit in zentralen Bereichen des Staates sichergestellt sein. Aus diesen Gründen wurden auch die Quarantäne-Regeln angepasst.

Die derzeitige Ausbreitung der Corona-Virus zeigt, dass die Impfung nicht vor Ansteckung, aber vor schweren Verläufen schützt und die Viruslast senkt. Die Impfung ist daher weiterhin das zentrale Mittel zur Eindämmung der Pandemie. Der Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben in ihrer Videoschaltkonferenz vom 7. Januar 2022 beschlossen, dass die Kontaktbeschränkungen bestehen bleiben. Angesichts der Zahlen halte ich dies auch für dringend geboten. In den kommenden Wochen müssen die Bundesregierung und die Länder auf die Entwicklungen zügig und adäquat reagieren. Weitere Kontaktbeschränkungen sind dabei nicht auszuschließen.

Die 7-Tage-Inzidenz in Südafrika lag am 17. Dezember 2021 bei 273 und sinkt seitdem kontinuierlich. Die Bevölkerungsstruktur in Südafrika ist mit der in Deutschland oder anderen europäischen Ländern nicht zu vergleichen. Sie unterscheidet sich unter anderem in der Bevölkerungsdichte und im Durchschnittalter der Bevölkerung. Jedes Land für sich ist einzigartig und die Infektionswellen verlaufen unterschiedlich. Auch wenn die Omikron-Variante in den meisten Fällen scheinbar milder verläuft, so ist die Datenlage zur Gefährlichkeit der Omikron-Variante, insbesondere für Ungeimpfte und Kinder, noch unklar. Daher ist die Bundesregierung aufgefordert die Entwicklungen genau zu beobachten und entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland einzuleiten. Die Einrichtung eines Impfregisters für Deutschland halte ich für dringend geboten.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Rohwer 

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