Wie bewerten Sie die aktuellen Honorarkürzungen in der Psychotherapie und was planen Sie / Ihre Fraktion, dass Weiterbildende und Psychotherapeutische Leistungen zukünftige angemessen vergütet werden?
Sehr geehrte Frau Hopmann,
die aktuellen Honorarkürzungen in der ambulanten Psychotherapie beunruhigen mich sehr. Diese treffen nicht nur niedergelassene Kolleg:innen, sondern auch uns Studierende und angehende Psychotherapeut:innen.
Ich studiere im KLiPPs-Master an der Universität Hildesheim und erlebe die Kürzungen sowie die unsichere Vergütung in der postgradualen Weiterbildung als erhebliche Zukunftsangst. Nach Jahren intensiver Ausbildung ist derzeit nicht gewährleistet, dass wir während der Weiterbildung angemessen vergütet werden.
Im Vergleich zu haus- und fachärztlichen Kolleg:innen erwirtschaften Psychotherapeut*innen schon jetzt nur den halben Ertrag pro Stunde bzw. pro Praxis – und das bei gleichem Arbeitseinsatz und nach Abzug der jeweiligen Praxiskosten.
Die anliegende Petition hat bereits 400.000 Unterschriften:
https://www.change.org/p/monatelange-wartezeiten-und-jetzt-werden-psychotherapeutische-leistungen-gekürzt
Mit freundlichen Grüßen
Martin Noltenius
Die aktuellen Honorarkürzungen in der ambulanten Psychotherapie sehe ich sehr kritisch. Gerade vor dem Hintergrund steigender psychischer Belastungen in allen Altersgruppen senden Kürzungen bei psychotherapeutischen Leistungen das falsche Signal. Schon heute sind die Wartezeiten auf Therapieplätze vielerorts zu lang, und viele Praxen stehen wirtschaftlich unter Druck. Eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen gefährdet langfristig die Versorgung der Patientinnen und Patienten.
Die CDU-Landtagsfraktion Niedersachsen hat deshalb klar Position bezogen: Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft und verdienen eine faire und verlässliche Vergütung. Psychische Gesundheit darf nicht zur Sparreserve werden.
Wichtig ist aus unserer Sicht außerdem, dass auch die Weiterbildung zukünftiger Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verlässlich finanziert wird. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung enthält hierzu wichtige Festlegungen: Die Weiterbildungsfinanzierung in der Psychotherapie soll gesichert und die ambulante Versorgung flächendeckend verbessert werden – insbesondere auch für Kinder, Jugendliche und den ländlichen Raum. Diese Vorhaben müssen nun konsequent umgesetzt werden.
Auch ich selbst stehe in meinem Wahlkreis im engen Austausch mit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und nehme die geschilderten Herausforderungen sehr ernst. Im Rahmen meiner Möglichkeiten als Abgeordnete setze ich mich in den zuständigen politischen Gremien dafür ein, auf die Problematik aufmerksam zu machen und Verbesserungen für die ambulante psychotherapeutische Versorgung zu unterstützen.
