Welche konkreten Maßnahmen planen die Grünen, um Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen, und wie sollen diese Maßnahmen finanziert werden?
Eine Studie des UBA hat festgestellt, dass ein Netto-Null bis 2045 grundsätzlich möglich ist. Dafür ist eine Kursänderung in der Klimapolitik notwendig. Selbstverständlich haven die Grünen in der Opposition/ hatten in der letzten Koalition nicht die Möglichkeit das umzusetzen, was in der Partei für notwendig gehalten wird. Daher frage ich mich, welche konkreten Maßnahmen die Grünen vorsehen, um die erforderlichen Änderungen der aktuellen Klimapolitik zu erreichen und wie dies konkret finanziert werden würde (Sondervermögen, CO2 Steuer o.Ä.)
Ich bedanke mich für Ihre Zeit!
Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre fundierte Nachfrage zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045. Sie sprechen einen zentralen Punkt an: Wie die Studie des Umweltbundesamtes (UBA) richtig feststellt, ist dieses Ziel erreichbar. Es erfordert jedoch konsequentes politisches Handeln und klare Weichenstellungen.
Wir waren bei der Energiewende und dem Klimaschutz bereits auf einem noch ausbaufähigem, aber guten Weg. Leider erleben wir aktuell, dass diese wichtige Dynamik wieder deutlich ausgebremst wird. Ein zentraler Grund dafür ist die Finanzierung: Das ursprünglich vorgesehene Sondervermögen für Klima und Transformation wurde bedauerlicherweise zu großen Teilen zweckentfremdet, was uns wichtige Investitionsspielräume gekostet hat.
Dennoch setzen wir uns als Bündnis 90/Die Grünen unermüdlich für die Maßnahmen ein, die es jetzt braucht. Ein gutes Beispiel ist die Wärmewende: Die Förderung für Wärmepumpen mit bis zu 70 Prozent wollen wir unbedingt beibehalten, da sie für den klimaneutralen Umbau unserer Heizungen essenziell ist. Dass hingegen die Förderung für E-Autos vorzeitig abgeschafft werden musste, war ein schmerzhafter Schritt, der auf den Druck der FDP zurückging und den wir sehr bedauern. Die neue Förderung in diesem Bereich geht uns noch nicht weit genug.
Was die zukünftige Finanzierung unserer Klimaziele angeht, wird der CO2-Preis sicher ein wichtiger Teil der Lösung sein. Für uns ist dabei aber entscheidend: Wir wollen keineswegs die ganzen Einnahmen für Investitionen nutzen. Klimaschutz muss sozial gerecht sein. Deshalb setzen wir uns beharrlich dafür ein, einen großen Teil dieser Einnahmen über das Klimageld direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurückzugeben.
Ob wir perspektivisch für die „letzten Meter“ zur Klimaneutralität ein weiteres Sondervermögen ermöglichen müssen, ist eine berechtigte Überlegung. Diese Frage müssen wir uns aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht stellen. Priorität hat aktuell, die bestehenden Blockaden zu lösen und den Ausbau der Erneuerbaren wieder zu beschleunigen.
Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihr wichtiges Interesse an diesem Thema.
Mit besten Grüßen
Lisa Badum
