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Warum wollen Sie und Ihre CDU-Parteikolleginnen meine Photovoltaikanlage unwirtschaftlich machen?

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Manuel Hagel
CDU
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Frage von Reiner M. •

Warum wollen Sie und Ihre CDU-Parteikolleginnen meine Photovoltaikanlage unwirtschaftlich machen?

Sehr geehrter Herr Hagel,

Heute wurde berichtet dass das CDU geführte Wirtschaftsministerium private PV-Anlagen unwirtschaftlich machen will und stattdessen auf zentrale Anlagen von Großkonzerne sowie fossile Stromerzeugung setzt (https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/solarenergie-katherina-reiche-plant-massive-einschnitte-fuer-dachanlagen-a-c2ecdd35-3496-44fa-9e1e-e55bb1de74b5)

Gleichzeitig gibt es in Baden-Württemberg die Solardachpflicht. Unterstützen Sie diese Bevormundung durch Ihre CDU-Parteikollegin, die mich dann zu unwirtschaftliche Investitionen zwingt? Warum verfolgt Ihre Partei eine Anti-Erneuerbaren-Politik und keine Technologieoffenheit?

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr M.,

vielen Dank für Ihre Anfrage über abgeordnetenwatch.de.

Die CDU steht ausdrücklich zum Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien weiter auszubauen. Bis 2030 sollen 80 Prozent unserer Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen stammen. Gerade deshalb ist es notwendig, die Förderung stärker an Kosteneffizienz, Systemnutzen und Marktorientierung auszurichten, Aspekte, die in der bisherigen EEG-Förderung teilweise unzureichend berücksichtigt wurden.

Photovoltaik soll weiterhin ein zentraler Bestandteil der Modernisierung der Energieversorgung bleiben. Anlagen müssen dabei besser in ein intelligentes, flexibles Gesamtsystem eingebettet werden, das Angebot und Nachfrage optimal steuert. Mit der wachsenden Bedeutung von Wind- und Solarenergie als tragende Säulen der Stromversorgung braucht es daher einen klaren Fokus auf Innovation, Marktintegration und Systemeffizienz.

Das EEG ist seit seiner Einführung ein Instrument zum Hochlauf der erneuerbaren Energien und hat sich als absolutes Erfolgsmodell erwiesen. Ohne das EEG wäre der heutige Ausbau von Photovoltaik und Windenergie in Deutschland nicht denkbar. Es hat entscheidend dazu beigetragen, dass erneuerbare Energien technologisch ausgereift und marktfähig geworden sind.

Die geplanten Anpassungen des EEG zielen darauf ab, das Fördersystem marktorientierter und effizienter zu gestalten, etwa durch stärkere Direktvermarktung oder Instrumente wie Contracts for Difference. Wichtig ist: Bestehende Anlagen genießen weiterhin Bestandsschutz, das heißt, bereits zugesagte Vergütungen für bestehende Photovoltaik-Anlagen bleiben unverändert. Die Reform betrifft primär neue Installationen.

Wir unterstützen weiterhin aktiv den Ausbau erneuerbarer Energien. Baden-Württemberg eignet sich hierfür besonders gut, da es viele geeignete Dachflächen und eine hohe Sonneneinstrahlung aufweist. Photovoltaik auf privaten und gewerblichen Dächern kann hier einen bedeutenden Beitrag zur Modernisierung der Energieversorgung leisten und gleichzeitig Haushalte und Unternehmen entlasten.

Es geht nicht um eine Anti-Erneuerbaren-Politik, sondern um eine Weiterentwicklung hin zu mehr Marktintegration, Eigenverantwortung und langfristiger Versorgungssicherheit. Photovoltaik bleibt eine zentrale Säule der Modernisierung der Energieversorgung und wird weiter unterstützt.

Freundliche Grüße
Manuel Hagel MdL
 

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