Frage an Markus Ferber bezüglich Landwirtschaft und Ernährung

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Markus Ferber
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Frage an Markus Ferber von Stefanie W. bezüglich Landwirtschaft und Ernährung

Sehr geehrter Herr Ferber,

ständig hört man von den Problemen der Milchbauern. In meinen Augen, hat die Milchviehhaltung ein weiteres Problem. Nämlich die Anbindehaltung der Milchkühe. Diese Haltungsform ist absolut nicht artgerecht, und gehört europaweit verboten. Wie steht Ihre Partei dazu? Im Allgemeinen drängt sich mir der Eindruck auf, dass sich CSU (und CDU) von allen großen Parteien am wenigsten für den Tierschutz einsetzen.

Frage von Stefanie W. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 4 Tage 20 Stunden

Sehr geehrte Frau Winter,

für Ihre Frage zur Anbindehaltung von Milchkühen, die Sie mir über Kandidatenwatch gestellt haben, danke ich Ihnen ganz herzlich. Natürlich setzen wir uns als CSU auch für den Tierschutz ein, aber es müssen, wie bei allen Maßnahmen auf europäischer Ebene, Aufwand und Ertrag in einem angemessenen Verhältnis stehen. Es gibt derzeit kein europaweites Verbot der Anbindehaltung und das ist in naher Zukunft auch nicht geplant.

In Bayern haben noch etwa Zweidrittel der bereits bestehenden landwirtschaftlichen Betriebe Anbindehaltung. Bei Neubauten ist es mittlerweile schon so, dass überwiegend Laufställe errichtet werden. Ein generelles Verbot der Anbindehaltung würde zum jetzigen Zeitpunkt allerdings dazu führen, dass die Mehrheit der Milchviehbetriebe in Bayern ihre Ställe so umbauen müssten, dass sich aufgrund der entstehenden Kosten der Betrieb nicht aufrecht erhalten ließe und daher ganz eingestellt würde. Bei der derzeit ohnehin schon schwierigen Situation für unsere Milchbauern und bäuerlichen Familienbetriebe wäre dies nicht zumutbar.

Es darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich mit der Anbindehaltung, wird sie artgerecht angewandt, auch Vorteile verbinden. So kommt es viel seltener zu Rangkämpfen unter den Tieren und das minimiert die Verletzungsgefahr erheblich. Daneben ist auch die Einzeltierkontrolle besser möglich, wenn es beispielsweise um das Fressverhalten eines einzelnen Tieres geht.

Ich hoffe sehr, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Ihr
Markus Ferber, MdEP

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