Frage an Martina Renner bezüglich Recht

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Martina Renner
DIE LINKE
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Frage an Martina Renner von Axel L. bezüglich Recht

Sehr geehrte Frau Renner,

wie stehen Sie zum Familiennachzug von syrischen und irakischen Migranten, die subsidiären Schutz in Deutschland geniessen?
Gibt es für Sie eine Belastungsgrenze bzgl. des Zuzugs von Migranten aus nicht EU-Staaten?
MfG
A. L.

Frage von Axel L. am
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Zeit bis zur Antwort: 2 Tage 6 Stunden

Sehr geehrter Herr L.,

vielen Dank für Ihre Frage. DIE LINKE fordert, dass Familiennachzug nicht behindert werden darf. Das gilt auch für Geflüchtete unter subsidiären Schutz.
Eine Belastungsgrenze sehe ich im Hinblick auf Zuzug nach Deutschland nicht. DIE LINKE hat umfangreiche und durchgerechnete Vorschläge zur Umverteilung in Deutschland. (www.die-linke.de/themen/umverteilen/)
Als Belastung sehe ich die Absicht der Bundesregierung in den nächsten Jahren den Rüstungsetat auf über 70 Milliarden Euro nahezu zu verdoppeln. Ich finde es belastend, dass wir über eine Million Millionäre aber keine Vermögensteuer haben. Wenn wir Reichtum gerecht verteilen und Rüstungsausgaben friedlichen und sozialen Zwecken umwidmen ist genug für alle da.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Martina Renner

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Zeit bis zur Antwort: 5 Tage 1 Stunde

Sehr geehrter Herr L.,

DIE LINKE fordert legale und sichere Fluchtwege nach Europa. Dies würde Leben retten und das Geschäft der Schlepper unterbinden. Der aktuelle »Krieg gegen die Schlepper« ist allzu oft ein Krieg gegen Boote voller Flüchtlinge. Repression und Überwachung, Entmündigung und Entrechtung ziehen sich durch die Vorschläge der Europäischen Kommission. Wir brauchen eine humane Asylpolitik und einen ebenso zu definierenden Rahmen für Einwanderung in die EU.
Frontex muss abgeschafft und durch eine koordinierte Seenotrettung in europäischer Verantwortung ersetzt werden. Die Finanzierung und Ausbildung der libyschen Küstenwache im Rahmen der Operation EUNAVFOR Med wird eingestellt. Die Verantwortung, die Flüchtlinge zu schützen, darf nicht auf Drittstaaten außerhalb der EU übertragen werden. Der von der Kanzlerin vorangetriebene EU-Türkei-Deal muss aufgekündigt werden. Die Pläne, in Nordafrika Auffanglager zu
schaffen, lehnen wir ab. Nach der Genfer Flüchtlingskonvention dürfen Flüchtlinge nicht abgewiesen werden.
Das EU-Dublin-System ist gescheitert. Wir setzen uns für ein faires und solidarisches System der Flüchtlingsaufnahme und Verantwortungsteilung in der EU ein. Ein Ausgleich soll vor allem finanziell hergestellt werden (»Fluchtumlage«). Wir wollen das Prinzip der freien Wahl des Mitgliedsstaates für die Geflüchteten. Die Grenzen der EU müssen für schutzsuchende Menschen offen sein, es muss sichere und legale Fluchtwege geben.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Renner

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