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Sind sie für die Kopplung der Lebenserwartung an die Rente? Das ist de facto eine Rentenkürzung. Insbesondere für stark körperliche Jobs.

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Matthias Hiller
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Frage von Patrick M. •

Sind sie für die Kopplung der Lebenserwartung an die Rente? Das ist de facto eine Rentenkürzung. Insbesondere für stark körperliche Jobs.

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Sehr geehrter Herr M.,

vielen Dank für Ihre Frage hier auf abgeordnetenwatch.de.

Ich sehe eine Kopplung der Lebenserwartung an das Renteneintrittsalter nicht als Rentenkürzung. Wenn die Menschen länger leben, beziehen sie in der Regel auch länger Rente. So lag beispielsweise die Rentenbezugsdauer im Jahr 2003 noch bei 16,8 Jahren, 2023 waren es im Schnitt schon 20,5 Jahre. Zudem müssen aufgrund des demografischen Wandels immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentnerinnen und Rentner aufkommen. Die daraus entstehenden Belastungen können wir nicht dauerhaft allein den jüngeren Generationen überlassen. Deshalb halte ich es für richtig, das Renteneintrittsalter schrittweise an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Wir sprechen dabei übrigens über eine moderate Anpassung. Wenn die Lebenserwartung um ein Jahr steigt, sollen die Menschen nach den vorgelegten Plänen acht Monate länger arbeiten und vier Monate länger Rente beziehen. Nach den heutigen Prognosen würde die Regelaltersgrenze nur langsam steigen, die Rente mit 69 wäre demnach erst um 2071, die Rente mit 70 erst um 2091 erreicht.

Es geht insgesamt nicht darum, Leistungen zu kürzen, sondern unser Rentensystem angesichts der demografischen Entwicklung finanziell zu sichern ohne einzelne Generation übermäßig zu belasten.  

Gleichzeitig ist mir aber auch wichtig, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder jahrzehntelanger körperlich belastender Arbeit nicht länger arbeiten können, nicht benachteiligt werden dürfen. Deshalb wollen wir - wie in den Empfehlungen der Alterssicherungskommission vorgesehen - den Zugang zur abschlagsfreien Rente zu vereinfachen, wenn Menschen ihren Beruf gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben können.

Insgesamt ist für mich entscheidend, dass notwendige Reformen generationengerecht ausgestaltet werden. Unser Ziel muss sein, die Rente nicht nur für heutige Bezieher, sondern auch für kommende Generationen verlässlich und finanzierbar aufzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Hiller MdB

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