Setzen Sie sich für die Finanzierung von Lehrkräften im Ganztag an GTS-Schulen ein? Falls nein: Wie rechtfertigen Sie daraus resultierende Kürzungen zulasten von Bildungsqualität und -gerechtigkeit?
Der Senat hat angekündigt, ab dem Schuljahr 2027/2028 die zusätzliche Finanzierung von Lehrkräften im Ganztag an den gebundenen Ganztagsgrundschulen (GTS) zu beenden und stattdessen ausschließlich Erzieherstellen zu finanzieren. Nach Einschätzung des Ganztagsschulverbands werden dadurch über Jahre entwickelte pädagogische Konzepte nicht mehr umsetzbar sein.Ich frage mich, wie diese Entscheidung mit dem Anspruch vereinbar ist, Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu stärken. Wenn künftig nachmittags keine Lehrkräfte mehr im Ganztag eingesetzt werden und Unterrichts- sowie Förderangebote entfallen, trifft das aus meiner Sicht insbesondere Kinder, die auf die Schule als Lern- und Förderort angewiesen sind.Viele Eltern - so auch wir - haben sich bewusst für eine gebundene Ganztagsschule entschieden, weil Unterricht und Ganztag dort pädagogisch eng verzahnt sind. Mit der geplanten Änderung würde aus meiner Sicht ein zentrales Merkmal dieses Schulkonzepts aufgegeben.
Vielen Dank für Ihre Frage.
Die Qualität des Ganztags und gute Bildungschancen für alle Kinder sind für mich zentrale Anliegen. Deshalb nehme ich die Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung der gebundenen Ganztagsgrundschulen sehr ernst.
Wichtig ist mir zunächst: Von einer Kürzung im Bildungsbereich kann keine Rede sein. Der Einzelplan der Schul- und Familienbehörde wächst gegenüber 2026 um rund 7 Prozent auf etwa 6,36 Milliarden Euro. Zudem sollen zusätzliche Mittel unter anderem für das Startchancen-Programm, Schulsozialarbeit und Medienbildung bereitgestellt werden.
Gleichzeitig ist vorgesehen, die Personalausstattung im Ganztag der gebundenen Ganztagsgrundschulen künftig stärker an das Modell der offenen Ganztagsgrundschulen anzugleichen. Daraus wird teilweise die Sorge abgeleitet, dass sich bewährte pädagogische Konzepte verändern könnten. Diese Bedenken nehme ich ernst.
Für mich kommt es jedoch nicht darauf an, eine Debatte über Berufsgruppen gegeneinander zu führen. Entscheidend ist, dass die pädagogische Qualität stimmt, die Verzahnung von Unterricht, Förderung und Ganztag erhalten bleibt und Schülerinnen und Schüler weiterhin bestmöglich begleitet werden.
Ich werde die weitere parlamentarische Beratung aufmerksam begleiten und mich dafür einsetzen, dass die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen.
