Warum gibt es in Sachsen-Anhalt kein Deutschlandticket Sozial?
In Sachsen-Anhalt gibt es kein Sozialticket, weil die Landesregierung und die sie tragende Koalition aus CDU, SPD und FDP bisher keinen politischen Willen dafür gezeigt hat. In der damaligen Debatte dazu, hat sich die Ministerin deutlich dagegen ausgesprochen. (https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/084stzg.pdf#page=126) Die Landesregierung möchte bei einem einzigen Deutschlandticket bleiben, da sie der Auffassung ist, dass dies einfacher und preislich noch finanzierbar ist. Die neue Variante mit einer Indexbildung wurde vom FDP-geführten Ministerium gewollt.
Die Einführung des Deutschlandtickets war ein großer Fortschritt, vor allem für Pendlerinnen und Pendler. Doch mit jeder Preiserhöhung hat sich das Ticket von seinem ursprünglichen Ziel entfernt: den Nahverkehr für alle bezahlbar zu machen. Höhere Preise schließen immer mehr Menschen aus. Insbesondere bei Studierenden wurde mittlerweile signalisiert, dass die steigenden Preise nicht mehr tragbar sind.
Darum haben wir schon vor einem Jahr ein Sozialticket gefordert. Auch Menschen mit wenig Geld müssen sich den Nahverkehr leisten können. Damit Bus und Bahn attraktiv bleiben und jeder sie nutzen kann, brauchen die Verkehrsunternehmen weiterhin finanzielle Unterstützung – sowohl vom Bund als auch vom Land. Weitere Kostensteigerungen führen nur dazu, dass immer weniger Menschen wieder zu vorherigen Modellen umsteigen und das D-Ticket unattraktiver für Kunden und Anbieter wird. Die Landesregierung verkennt daher die Konsequenzen bei weiteren Preissteigerungen für den ÖPNV. Vergünstigungen für finanzschwache Personen sind unserer Auffassung nur logisch, da sie allen Menschen Mobilität für soziale Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Wir werden daher weiterhin politisch dafür kämpfen.
