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Wie ist Ihre Haltung zur beschlossenen Abwertung psychotherapeutischer Leistung?

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Omid Nouripour
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Frage von Emily F. •

Wie ist Ihre Haltung zur beschlossenen Abwertung psychotherapeutischer Leistung?

Sehr geehrter Herr Nouripour,

Ich wende mich als niedergelassene Psychotherapeutin aus Frankfurt an Sie.

Am 11.03.2026 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss unter dem Druck des GKV-Spitzenverbandes entschieden, die Vergütung für psychotherapeutische Leistungen ab dem 01.04.2026 pauschal um 4,5% zu kürzen. Dies bedeutet für meine Praxisgemeinschaft eine erhebliche Mindereinnahme. Bei ca. 90 Behandlungsterminen pro Woche über 43 Arbeitswochen ergibt sich eine Größenordnung von rund 21.000 Euro pro Jahr. Gleichzeitig steigen die laufenden Kosten. Die Abwertung ist somit ein realer Eingriff in die wirtschaftliche Stabilität ambulanter psychotherapeutischer Versorgung. Es geht zudem um die gesellschaftliche Relevanz einer solchen hochwirksamen Maßnahme wie der Psychotherapie (www.psychotherapeutenkammer-berlin.de/nachrichten/bptk-langzeitstudie-der-techniker-krankenkasse-belegt-psychotherapie-ist-nachhaltig) sowie um die dadurch drohende schlechtere Versorgung gesetzlich Versicherter.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Guten Tag,

vielen Dank für Ihr Schreiben und die ausführliche Darstellung. Wir teilen Ihre Einschätzung ausdrücklich: Die Absenkung der Vergütung für psychotherapeutische Leistungen ist angesichts der bestehenden Versorgungslücken und des steigenden Bedarfs das falsche Signal.

Seit Jahren nehmen psychische Erkrankungen zu, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig warten viele Betroffene monatelang auf einen Therapieplatz. In dieser Situation psychotherapeutische Leistungen abzuwerten, setzt Praxen zusätzlich unter Druck und verschärft die Versorgungslage weiter.

Was es jetzt braucht, sind grundlegende strukturelle Reformen. Dazu gehört vor allem eine Bedarfsplanung, die sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf orientiert statt an veralteten Daten. Insbesondere in ländlichen Regionen und für Menschen in vulnerablen Lebenslagen müssen Zugänge deutlich verbessert werden. Für Kinder und Jugendliche ist eine eigene Bedarfsplanung notwendig, um wohnortnahe und besser vernetzte Angebote zu schaffen.

Zugleich muss die Versorgung von Menschen mit schweren und chronischen Erkrankungen gezielt gestärkt und besser koordiniert werden – insbesondere an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung. Klar ist auch: Ohne ausreichend Fachkräfte lässt sich die Versorgung nicht sichern. Deshalb ist eine verlässliche Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung unerlässlich.

Psychische Gesundheit ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Wir als Grüne Bundestagsfraktion setzen uns dafür ein, die Versorgung konsequent am Bedarf auszurichten, Zugänge zu erleichtern und die Rahmenbedingungen für Therapeutinnen und Therapeuten nachhaltig zu verbessern. Deshalb haben wir den Eilantrag „Psychotherapeutische Versorgung strukturell stärken“ (Drucksache 21/4954) in den Deutschen Bundestag eingebracht.

Weitere Informationen zu unserer Position finden Sie hier: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/psychotherapie-staerken-versorgung-endlich-reformieren/

Mit freundlichen Grüßen

Team Nouripour

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