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Wie setzen Sie sich für den Erhalt von Psychotherapiepraxen im GKV-System als Einzelunternehmen in ihrem Wahlkreis ein?

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Omid Nouripour
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Frage von Tobias K. •

Wie setzen Sie sich für den Erhalt von Psychotherapiepraxen im GKV-System als Einzelunternehmen in ihrem Wahlkreis ein?

Sehr geehrter Herr Nouripour, als niedergelassener Psychotherapeut in Frankfurt frage ich mich, wie ich mit der Kürzung meiner Honorare, der geplanten Budgetierung, dem immer weiter steigendem Verwaltungsaufwand (wie etwa wöchentliches Verharren in Telefonwarteschleifen, weil die Telematikinfrastruktur mal wieder nicht funktioniert) meine Praxis zukünftig wirtschaftlich betreiben soll. Der Verband der Krankenkassen nutzt hier realitätsferne Zahlen, um meine vermeintlichen Verdienstmöglichkeiten darzustellen. Zudem steigen alle Kosten, ich bin 50 Jahre und bezahle immer noch den Kredit zum Kauf des Kassensitzes ab (der vermutlich bei Budgetierung wertlos sein wird). Das alles macht mir Angst! Wofür habe ich 5 Jahre meine Psychotherapeutenausbildung selbst finanziert?Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass Einzelpraxen überleben und nicht nur noch Konzerne die Patientenversorgung übernehmen (können). Mit hoffnungsvollen Grüßen Tobias K. (Psychologischer Psychotherapeut)

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Guten Tag,

vielen Dank für Ihr Schreiben und die Schilderung Ihrer Situation.

Wir teilen Ihre Sorge ausdrücklich. Die beschlossenen Honorarkürzungen sowie die geplanten Einschnitte im Gesundheitswesen sind angesichts der bereits bestehenden Versorgungslücken in der Psychotherapie das falsche Signal. In einer Situation, in der der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung steigt und Patient*innen häufig monatelang auf einen Therapieplatz warten, dürfen Praxen nicht zusätzlich unter wirtschaftlichen Druck geraten.

Hinzu kommen die von Ihnen geschilderten Belastungen: steigende Kosten, wachsender bürokratischer Aufwand sowie wiederkehrende Probleme bei der Telematikinfrastruktur. All das erschwert den Praxisalltag erheblich und bindet Zeit, die eigentlich der Versorgung von Patient*innen zugutekommen sollte.

Deshalb setzen wir uns für nachhaltige strukturelle Reformen statt pauschaler Kürzungen ein. Wir brauchen eine Bedarfsplanung, die sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf orientiert, bessere Zugänge für Patientinnen, eine verlässliche Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung sowie Rahmenbedingungen, die die wirtschaftliche Existenz niedergelassener Therapeutinnen sichern. Aus diesem Grund haben wir den Antrag „Psychotherapeutische Versorgung strukturell stärken“ (BT-Drucksache 21/4954) in den Deutschen Bundestag eingebracht. Darin fordern wir unter anderem eine Reform der Bedarfsplanung, eine stärkere Berücksichtigung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung.

Zugleich kritisieren wir, dass die Bundesregierung die dringend notwendigen Strukturreformen im Gesundheitswesen bislang nicht ausreichend vorantreibt und stattdessen vielfach auf Kürzungen und Lastenverschiebungen setzt. Das löst weder die Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung noch verbessert es die Versorgung der Patient*innen.

Vielen Dank für Ihre wichtige Arbeit und Ihren Einsatz für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Sorgen der niedergelassenen Psychotherapeut*innen nehmen wir sehr ernst und werden das Thema weiterhin parlamentarisch begleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Team Nouripour

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