Leerstand und Immobilienspekulation im Bezirk: Was wollen Sie konkret auf Bezirks- und auf Landesebene tun, um spekulativen Leerstand zu unterbinden?
Sehr geehrter Herr Mock-Stümer,
ich wende mich als Anwohner meines Kiezes an Sie wegen des seit über einem Jahr leerstehenden Wohnblocks in der Uhlandstraße 104–105 sowie Fechnerstraße 7 (10717 Berlin). Nach der Verdrängung der früheren Mieter*innen stehen dort heute Wohnungen und Gewerbeflächen leer; zugenagelte Fenster und Verfall prägen einen ganzen Häuserblock.
Dieser Komplex steht für ein strukturelles Problem in ganz Berlin: Während Wohnraum dringend benötigt wird, bleiben Gebäude offenbar aus spekulativen Gründen ungenutzt. Das schadet dem Stadtbild, dem sozialen Miteinander und verschärft die Wohnungsnot.
Mich interessiert daher:
Was wollen Sie konkret auf Bezirks- und auf Landesebene tun, um spekulativen Leerstand zu unterbinden, Eigentümer in die Verantwortung zu nehmen und vorhandene Instrumente konsequent anzuwenden oder weiterzuentwickeln? Gibt es für den genannten Standort bereits Prüfungen oder geplante Maßnahmen?
Mit freundlichen Güßen
V. P.
Sehr geehrter Herr P.!
Vielen Dank für Ihre Mail! Das Problem ist mir seit langem bekannt.
Auf dem Grundstück Fechnerstr./Uhlandstr. sollen 35 mietpreisgebundene Wohnungen entstehen. Genau das, was Berlin braucht. Wohnungen sind Mangelware. Bezahlbare erst recht. Die Baugenehmigung wurde bereits am 03.05.2022 erteilt. Von einem Baubeginn ist aber immer noch nichts zu erkennen.
Das führte bei Nachbarinnen und Nachbarn zu der Befürchtung, die Eigentümerin des Grundstücks habe ihre Neubaupläne aufgegeben oder zumindest geändert.
Leider gibt es für die Verzögerungen beim Baubeginn gute Gründe. Und die liegen unterirdisch auf dem Grundstück. Fernwärmeleitungen. Die müssen umgelegt werden, bevor mit den Tiefbauarbeiten begonnen werden kann. Das ist Aufgabe des Leitungsbetreibers. Angeblich soll das jetzt im Frühjahr 2026 passiert sein und dann dürfte auch gebaut werden.
Mit freundlichen Grüßen
Peer Mock-Stümer
