Frage an Petra Loibl bezüglich Bildung und Erziehung

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Petra Loibl
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Frage an Petra Loibl von Christian A. bezüglich Bildung und Erziehung

Wie stehen Sie zu den Masken in den Schulen?

Frage von Christian A. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Stunde 32 Minuten

Sehr geehrter Herr Annen,

vielen Dank für Ihre wichtige Frage „Wie stehen Sie zu den Masken in den Schulen?“, die ich Ihnen sehr gerne beantworten möchte:
Es gibt in der Tat Anzeichen dafür, dass Kinder und Jugendliche von einer Erkrankung an COVID-19 nach derzeitigem Kenntnisstand weniger bedroht zu sein scheinen als andere Altersgruppen. Allerdings können sie natürlich auch für die Übertragung der Krankheit eine Rolle spielen, und von daher wäre es grob fahrlässig, Kinder und Jugendliche generell von den Hygienemaßnahmen auszunehmen, auch im Interesse von deren Lehrerinnen und Lehrern.
Die Politik steht hier in der Verantwortung, einerseits keine unvertretbaren Risiken für die Gesundheit der Menschen einzugehen, andererseits die Freiheitsrechte der Menschen in Bayern zu wahren, und dabei jeweils nach bestem Wissen und Gewissen sowie eingehender wissenschaftlicher Beratung möglichst umsichtig zum Wohl der Bevölkerung zu entscheiden. Gerade in der Corona-Krise sind fortwährend schwierige Abwägungen vorzunehmen, die naturgemäß unterschiedlich beurteilt werden können. Insgesamt halte ich die von der Bayerischen Staatsregierung getroffenen Maßnahmen aber für richtig.
Eine Alltagsmaske ist nicht in erster Linie als Selbstschutz gedacht. Sie ist vielmehr ein gewisser Schutz anderer vor einer möglichen Ansteckung. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Leben kann somit dazu beitragen, Risikogruppen – ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen – besser vor Infektionen zu schützen. Das gilt insbesondere für Situationen, in denen mehrere Menschen über einen längeren Zeitraum in geschlossenen Räumen zusammentreffen und der Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht jederzeit eingehalten werden kann, also auch für Schulen. Gerade Schulkinder zeigen in diesen Tagen oft ein erstaunliches Verantwortungsbewusstsein: Sie akzeptieren eine hinnehmbare Unannehmlichkeit, um andere zu schützen, insbesondere ihre Großeltern oder andere geliebte Familienangehörige, die zu einer Risikogruppe gehören.
Schule hat grundsätzlich ein besonderer Schutzraum zu sein: unsere Eltern geben Ihr Wertvollstes, nämlich Ihr Kind, in die Obhut der Schulen, damit diese ihren in der Verfassung verankerten Bildungs- und Erziehungsauftrag verwirklichen. Dies gilt in normalen Zeiten und erst recht in der Zeit einer Pandemie. Daher ist es selbstverständlich, dass in Schulen auf die Einhaltung der anerkannten Hygiene-Regeln zum Schutz aller geachtet werden muss. Als Pädagogen vermitteln Lehrerinnen und Lehrer ihren Schülerinnen und Schüler die Regeln natürlich in jeweils altersangemessener Weise: Sie gehen auf Fragen und Ängste ein und helfen den Kindern, die Notwendigkeit der Maßnahmen zu verstehen. Es werden also keine Ängste geschürt, sondern diese vielmehr abgebaut und zu Umsicht aufgerufen.
Das neue Schuljahr ist in Bayern erfolgreich im Regelbetrieb unter Hygieneauflagen gestartet. Das bedeutet zwar keine Rückkehr zur Schule, wie sie vor Ausbruch der Corona-Pandemie aussah, aber es ist ein großer Schritt hin zu einer größeren Normalität.
Aktuell haben wir heute einen 7-Tage-Insidenz-Wert von 77,6; damit gilt Maskenpflicht, wo Menschen dicht und länger zusammen sind, unter anderem auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen, in öffentlichen Gebäuden, Arbeitsstätten, Freizeiteinrichtungen, Kulturstätten, auch am Platz in Schulen aller Jahrgangsstufen und Hochschulen.
Die letztendliche Entscheidung wird dabei immer von den Gesundheitsbehörden vor Ort getroffen. Regionale oder gar bayernweite Schulschließungen sollen so nach Möglichkeit vermieden werden, denn die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts hat oberste Priorität; somit auch der Schutz der Lehrer.
Es gibt also klare Perspektiven für das Schuljahr 2020/21, auf die sich die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern und Lehrkräfte einstellen können. So wollen wir Sicherheit und Klarheit geben.
Sehr geehrter Herr Annen, ich möchte bei Ihnen für den Weg der Bayerischen Staatsregierung im Schulbereich werben, denn er stellt – auch vor dem Hintergrund der aktuell wieder angestiegenen Zahl an Neuerkrankungen – eine ausgewogene Balance zwischen der Verwirklichung des Bildungs- und Erziehungsanspruchs und dem Schutz von Leib und Leben dar.
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Petra Loibl MdL

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