Was tun Sie gegen die geplanten Kürzungen im Gesundheitswesen?
Sehr geehrte Frau Fischer,hiermit appelliere ich eindringlich an Sie, sich mit Ihrer gesamten Fraktion nachhaltig gegen jegliche Kürzungen im Gesundheitswesen einzusetzen. Vor allem die bereits erfolgte Honorar-Kürzung sowie die geplante Budgetierung der Kosten muß dringend verhindert werden. Besonders bei den psycho-therapeutischen Praxen darf es keinerlei Kürzungen geben, zumal immer mehr Menschen unter entsprechenden Symptomen leiden. Nach wie vor muß zwingend der Grundsatz "Prophylaxe vor späterer Behandlung", welche zumeist langwierig ist und erhebliche Mehrkosten veranlaßt, gelten.An bzw. bei der Gesundheit der Bevölkerung darf unter keinen Umständen gespart werden! Vorsorge ist und bleibt deutlich sinnvoller und "nebenbei" bezahlbarer als spätere aufwändige Nachsorge.Für Ihren Einsdatz bedanke ich mich ganz herzlich im Voraus bei Ihnen.Freundliche Grüße sendet IhnenHolger H.
Sehr geehrter Herr H.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre klaren Worte zur Situation im Gesundheitswesen.
Ich teile Ihre Einschätzung, dass Einschnitte im Gesundheitswesen – insbesondere im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung – der falsche Weg sind. Die bereits beschlossenen Honorarkürzungen sowie die diskutierten weiteren finanziellen Einschnitte setzen Praxen zusätzlich unter Druck, obwohl der Bedarf an medizinischer und psychotherapeutischer Versorgung seit Jahren steigt.
Gerade im Bereich der psychischen Gesundheit wäre es gesundheitspolitisch kurzsichtig zu sparen. Werden Prävention, frühzeitige Unterstützung und ambulante Versorgung geschwächt, entstehen häufig deutlich höhere Folgekosten – etwa durch chronische Erkrankungsverläufe, stationäre Aufenthalte, Arbeitsausfälle oder Frühverrentungen. Der Grundsatz „Prävention vor späterer kostenintensiver Behandlung“ muss daher weiterhin leitend sein. Besonders problematisch ist, dass viele Menschen schon heute monatelang auf psychotherapeutische Unterstützung warten müssen. Gleichzeitig geraten viele Praxen wirtschaftlich zunehmend unter Druck. Das gefährdet die Versorgung gesetzlich Versicherter und verschärft bestehende Ungleichheiten beim Zugang zu Gesundheitsleistungen.
Wir Grüne haben daher bereits anlässlich der Honorarkürzungen in der Psychotherapie den Eilantrag „Psychotherapeutische Versorgung strukturell stärken“ (Drucksache 21/4954) in den Deutschen Bundestag eingebracht: https://dserver.bundestag.de/btd/21/049/2104954.pdf
Statt pauschaler Kürzungen braucht es nachhaltige strukturelle Reformen. Dazu gehören insbesondere eine am tatsächlichen Bedarf orientierte psychotherapeutische Bedarfsplanung, bessere Versorgungsangebote im ländlichen Raum sowie eine eigenständige Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche. Ebenso notwendig ist eine verlässliche Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung, damit auch künftig ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen.
Auch im Rahmen der weiteren parlamentarischen Beratungen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werde ich mich dafür einsetzen, dass die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung nicht durch kurzfristige Sparmaßnahmen verschlechtert wird. Eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung ist keine verzichtbare Ausgabe, sondern eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe.
Mit freundlichen Grüßen
Simone Fischer
