Wie setzen Sie sich dafür ein, dass Mehrgenerationenhäuser als Orte für Zusammenhalt, Teilhabe und Unterstützung als dauerhafte Institutionen verankert und verlässlich finanziert werden?
Sehr geehrte Frau Schulze
Mehrgenerationenhäuser (MGH) sind offene Treffpunkte, in denen Menschen verschiedener Generationen und Kulturen zusammenkommen, sich austauschen und unterstützen. Sie fördern Begegnung, Teilhabe und Engagement und reagieren auf demografischen Wandel, Migration und Digitalisierung. Im Koalitionsvertrag heißt es: „Die Mehrgenerationenhäuser werden wir als wichtige generationenübergreifende Begegnungsorte weiter fördern.“
MGH stärken den Zusammenhalt, beugen Einsamkeit vor und fördern demokratische Beteiligung. Sie vernetzen Bürger:innen mit Politik und Verwaltung und sind besonders im ländlichen Raum wichtige Brückenbauer. Zudem unterstützen sie Integration, digitale Bildung und Gesundheitsvorsorge. So fördern sie Solidarität, Chancengleichheit und nachhaltiges Zusammenleben. Dafür brauchen sie langfristige Planungssicherheit und dauerhafte Absicherung.
Mit freundlichen Grüßen
Aline B., Mehrgenerationenhaus Essen und BNW MGH
Sehr geehrte Frau B.,
vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Engagement für die Mehrgenerationenhäuser. Ich teile Ihre Einschätzung ausdrücklich: Mehrgenerationenhäuser sind unverzichtbare Orte des Zusammenhalts. Sie bringen Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und Lebenslagen zusammen und leisten einen wichtigen Beitrag gegen Einsamkeit, für Teilhabe, Integration, demokratische Beteiligung und gegenseitige Unterstützung. Das Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander“ läuft von 2021 bis Ende 2028 und fördert bundesweit rund 530 Häuser.
Gerade in Zeiten des demografischen Wandels, wachsender sozialer Herausforderungen und zunehmender gesellschaftlicher Verunsicherung brauchen wir solche verlässlichen Anlaufstellen. Das gilt besonders im ländlichen Raum, wo Mehrgenerationenhäuser häufig eine wichtige Brücke zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Trägern, Verwaltung und Politik bilden.
Deshalb ist es wichtig, dass wir im Koalitionsvertrag festgehalten haben: „Die Mehrgenerationenhäuser werden wir als wichtige generationenübergreifende Begegnungsorte weiter fördern.“ Für mich und die SPD-Bundestagsfraktion ist klar: Diese Häuser brauchen Planungssicherheit, damit sie Personal halten, Angebote langfristig entwickeln und verlässliche Partner in ihren Kommunen sein können.
Auch haushaltspolitisch setzen wir uns dafür ein, diese Förderung stabil zu halten. Der Titel für die Mehrgenerationenhäuser ist seit Jahren konstant und bleibt nach bisheriger Finanzplanung voraussichtlich auch bis 2029 auf dem Niveau von etwa 23 Millionen Euro. Für das Jahr 2026 ist der Ansatz in der Bereinigungssitzung sogar auf 25,45 Millionen Euro gestiegen. Hintergrund ist eine Umschichtung von Mitteln für Bildung. Damit wird deutlich: Die Mehrgenerationenhäuser bleiben politisch gewollt und finanziell abgesichert.
Zugleich wissen wir: Verlässliche Finanzierung ist nur ein Teil der Antwort. Ebenso wichtig ist, dass die Förderung praxistauglich und unbürokratisch ist. Deshalb wurde ein Beschluss gefasst, der das zuständige Ministerium auffordert, die Administration und Umsetzung des Förderprogramms zu überprüfen, insbesondere mit Blick auf Bürokratieabbau. Der Haushaltsausschuss soll bis zum 30. Juni über das Ergebnis dieser Prüfung informiert werden. Das ist ein wichtiger Schritt, damit die Mittel vor Ort möglichst wirksam eingesetzt werden und die Häuser weniger Zeit mit Verwaltung und mehr Zeit mit ihrer eigentlichen Arbeit verbringen können.
Die Förderung der Mehrgenerationenhäuser erfolgt seit Beginn des Programms im engen Zusammenspiel von Bund, Kommunen und Trägern. Der Bund übernimmt die Gesamtkoordination, die finanzielle Förderung und die inhaltliche Ausrichtung des Programms. Die Kommunen sind zugleich die direkten Partner der Häuser vor Ort und sichern die kommunale Kofinanzierung. Dieses Zusammenwirken ist wichtig, weil Mehrgenerationenhäuser nur dann dauerhaft stark sein können, wenn sie sowohl bundespolitisch unterstützt als auch kommunal fest verankert sind.
Mit freundlichen Grüßen
Svenja Schulze
