Wie empfinden Sie das “Stadtbild” in Düsseldorf, und welche Maßnahmen für eine Besserung halten Sie für sinnvoll?
Sehr geehrter Herr Jarzombek,
ich war vor einigen Monaten in der Bahnhofsgegend von Düsseldorf unterwegs. Ich bin einverstanden, daß es dort schöner aussehen könnte, und daß die anwesende Klientele Anlaß zu Besorgnis sein kann. Sicherlich kennen Sie dies auch aus eigener Anschauung.
Wie sehen Sie selbst denn die Ursachen für dieses “problematische Stadtbild”? Und welche Maßnahmen wären Ihrer Meinung nach sinnvoll und angemessen, um diese Probleme anzugehen?
Sehr geehrter Herr B.
mir ist wichtig zu erklären, dass die Aussage von Herrn Merz zugespitzt wurde und dabei kein weiterer Kontext gegeben wurde. Für mich geht es bei der Aussage nicht um Hautfarbe, Herkunft oder kulturelle Zuschreibungen, sondern um eine sicherheitsrelevante Beobachtung: Bestimmte Gruppen, vor allem junge Männer, üben zu bestimmten Uhrzeiten eine gewisse Dominanz im öffentlichen Raum aus. Das führt besonders bei Frauen zu einem Unsicherheitsgefühl – auch in der Düsseldorfer Altstadt kann man dies beobachten.
In Düsseldorf haben wir bereits viel getan, um die Sicherheit zu erhöhen. Dazu zählen eine flächendeckende Videoüberwachung, verstärkte Polizeipräsenz und die Einrichtung eines Altstadt-Staatsanwalts, der für schnelle und konsequente Ermittlungen sorgt. Das zeigt, dass man durch gezielte Maßnahmen etwas bewegen kann. Mir geht es nicht um Vorurteile oder Ausgrenzung, sondern um die Frage, wie wir den öffentlichen Raum so gestalten können, dass sich alle Menschen sicher und willkommen fühlen. Ich sehe den Innenminister in der Pflicht, ein Konzept zu entwickeln, das für eine bessere Durchmischung sorgt und auf diese Weise das Sicherheitsempfinden stärkt.
Düsseldorf ist eine offene, vielfältige Stadt und das soll auch so bleiben. Es ist mir ein Anliegen, dass wir einerseits unsere Willkommenskultur leben und andererseits realistische Probleme beim Thema Sicherheit offen und ehrlich ansprechen.
Mit den besten Grüßen
Thomas Jarzombek
