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Ist Ihnen bzw. den demokratischen Parteien bewusst, wie sozial ungerecht die Kürzungen und drohenden Budgetierungen im Bereich Psychotherapie sind?

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Frage von Andrea S. •

Ist Ihnen bzw. den demokratischen Parteien bewusst, wie sozial ungerecht die Kürzungen und drohenden Budgetierungen im Bereich Psychotherapie sind?

Sehr geehrter Herr Frei,

als Frau, die den klassischen sog. „sozialen Aufstieg“ mühsam und hoch motiviert bewältigt hat (aus einer klassischen Arbeiterfamilie, die erste die studiert hat, Bafög, selbst finanzierte Psychotherapieausbildung, Kredit für den Kauf eines Psychotherapiesitzes, Selbständigkeit in eigener Praxis seit über 10 Jahren.) wende ich mich heute zutiefst entsetzt und besorgt an Sie, da ich den Eindruck habe, dass die Tragweite der Einschnitte im Bereich Psychotherapie nicht bei den Entscheidungsträgern in der Politik verstanden werden. Bitte verweisen Sie nicht auf die Entscheidungen der Selbstverwaltung. Es geht um viel mehr als die unverschämte Kürzung unserer Honorare seit 01.04.26. Wenn die geplante Budgetierung bei Psychotherapie verabschiedet wird, muss ich mir Sorgen um meine Existenz und die Versorgung der PatientInnen machen. Wir sind keine reichen ÄrztInnen und unsere Pat. in der GKV versichert. Unterstützen Sie uns? Wie stehen Sie dazu?

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau S.,

ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Sie die aktuellen Entwicklungen als belastend empfinden, gerade wenn Sie mit großem persönlichem Einsatz eine Praxis aufgebaut haben und die Versorgung Ihrer Patientinnen und Patienten sicherstellen. Die psychotherapeutische Versorgung ist aus meiner Sicht ein wichtiger Teil unseres Gesundheitswesens. Dass es hier bei Vergütung und Budgetierung zuweilen zu Verunsicherung kommt, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Ich halte es jedenfalls für wichtig, dass die Versorgung nicht geschwächt wird und dass Rahmenbedingungen verlässlich bleiben, damit engagierte Praxen auch künftig bestehen können.

Die Union hat sich in der Vergangenheit ausdrücklich für eine gute psychotherapeutische Versorgung und für eine faire Finanzierung eingesetzt; zugleich gilt aber auch, dass die Finanzierung der GKV insgesamt tragfähig bleiben muss. Bei den aktuellen Entscheidungen kommen deshalb Versorgungssicherung und Beitragssatzstabilität in einen schwierigen Ausgleich.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Frei

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