Sie haben öffentlich das Gesundheitssystem kritisiert – Zu Recht. An welche Maßnahmen zur Änderung denken Sie und mit welchen Zumutungen müssen die Bürger rechnen?
Das Ziel, die Krankenkassenbeiträge stabil zu halten wurde verfehlt. DAK und TK erhöhen ihre Zusatzbeiträge, andere werden folgen.
Jetzt bringt die Gesundheitsministerin eine Erhöhung der Zuzahlungen für Medikamente ins Gespräch.
Die nachhaltige Reform zur Finanzierung der Pflegeversicherung ist gescheitert. Die eingesetzte Bund-Länder-AG konnte nach fünf Monate keine Empfehlung abgeben.
Für die Reformierung des Gesundheitssystem und dessen sozial gerechte Finanzierung soll wiederum eine Kommission mit ihren Empfehlungen sorgen. Da ein wenig schrauben dort ein bisschen ölen, wäre viel zu wenig um das Gesundheitssystem vom Kopf auf die Füße stellen. Was wohl kommt - wie Sie andeuten - sind Leistungskürzungen sowie höhere Zuzahlungen und weitere Beitragserhöhungen
Letztlich werden es wieder mal die Bürgerinnen und Bürger sein, die die Zeche für die jahrelangen Versäumnisse und Handlungsunfähigkeit der Politik bezahlen dürfen.
Sehr geehrter Herr B.,
ich bin völlig bei Ihnen - wir brauchen wirksame Strukturreformen des Gesundheitssystems. Das derzeit vorhandene System ist kaum mehr finanzierbar. Die im September eingesetzte "Finanzkommission Gesundheit" soll Vorschläge liefern, um die massiven Finanzprobleme der GKV in den Griff zu bekommen. Natürlich geht es dabei vor allem um mehr Effizienz im System. Erste Vorschläge der Kommission sollen bereits in drei Monaten vorliegen, bis Mitte Dezember 2026 soll ein Abschlussbericht folgen, der strukturelle Reformvorschläge enthält. Klar scheint heute allein eins zu sein: Alle werden einen Beitrag leisten müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei
