Wie sollen Mieter die Nebenkosten durch die gestiegenen Heizölpreise zahlen? 1000 Liter Heizöl kosten derzeit 1700 !! Wie steuern Sie gegen? Spritpreisbremse ohne Heizölpreisbremse?
Sehr geehrter Herr Frei, unser Dreifamilienhaus sollte uns mit 2 vermieteten Wohnungen als zusätzliche Altersversorgung dienen. Gas ist in dieser Straße nicht vorhanden, eine energetische Sanierung kann ich als Rentnerin nicht stemmen, also bleibt als Energieträger nur Heizöl. Mir ist bekannt, dass Ihre Regierung das in der vorherigen Regierung beschlossene GEG gekippt bzw. nachgebessert hat. Da Heizöl als auch Gas in Zukunft fast unbezahlbar sein wird, ist mir das zu kurz gedacht und beruhigt mich in keinster Weise. Der Anteil der privaten Vermieter in D liegt bei über 60 % - ein Großteil sichert sozialen Wohnungsraum und ist nicht auf maximale Gewinn ausgerichtet. Was unternehmen Sie gegen unbezahlbare Energiekosten? Ich habe leider den Eindruck, dass politisch erst gehandelt wird, wenn der Leidensdruck so groß ist, dass Untätigkeit der Regierung zum politischen Harakiri führt?! Beste Grüße - Renate K.
Sehr geehrte Frau K.,
die derzeit hohen Heizölpreise sind für alle Mieter und Eigentümer eine erhebliche Belastung. Dass das Gros der verfügbaren Wohnungen privat angeboten wird, unterstreicht die angespannte Lage. Gerade bei älteren Bestandsgebäuden lässt sich der Energieträger nicht kurzfristig wechseln. Die Bundesregierung kann die Entwicklung der internationalen Ölpreise nur begrenzt beeinflussen. Vor allem kann sie nicht jede individuelle Belastung ausgleichen. Eine allgemeine Heizölpreisbremse ist derzeit nicht vorgesehen. Entlastungsmaßnahmen müssen zielgerichtet, wirksam und finanzierbar sein. Zugleich haben wir beim Gebäudeenergiegesetz einen Kurswechsel vorgenommen: Eigentümer sollen nicht zu wirtschaftlich unzumutbaren Lösungen gezwungen werden. Dennoch ist klar, dass die Nutzung fossiler Heizsysteme perspektivisch unwirtschaftlicher wird. Energetische Sanierungen und der Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme werden deshalb weiterhin gefördert. Ob ein Umstieg möglich ist und wann sich ein Umstieg lohnt, muss individuell geprüft werden.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei
