Ist die CDU inzwischen für Sozialismus?
Sehr geehrter Herr Feiler,
wir bewegen uns auf eine Staatsquote von 50% und mehr zu. Anstatt die Staatsquote zu senken steigt sie mit einer CDU in Regierungsverantwortung. Helmut Kohl sagte einmal: "Bei einer Staatsquote von 50Prozent beginnt der Sozialismus". Ich gebe Helmut Kohl da recht und denke wir müssen die Quote senken und nicht erhöhen, gelten die Aussagen für die CDU nicht mehr? Wie ist für Sie die Aussage von Helmut Kohl zu bewerten? Ist die CDU eine sozialistische Partei, wenn sie die Staatsquote auf über 50Prozent steigert oder müsste man nicht endlich mal der SPD Zähne zeigen?
Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr R.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Gerade als Haushaltspolitiker sind für mich die Staatsausgaben ein wichtiges Thema. Es ist klar, dass wir eine solide Haushaltspolitik brauchen. Dazu gehört es auch, bestimmte Ausgaben, wie etwa Förderungen, zu hinterfragen. Die aktuelle hohe Staatsquote darf kein Dauerzustand sein. Hier braucht es einen Richtungswechsel in den nächsten Jahren.
Gleichzeitig dürfen wir notwendige Investitionen nicht unterlassen. Gerade jetzt müssen wir unsere Infrastruktur modernisieren. Dadurch schaffen wir die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum. Ein weiterer Punkt, der zu hohen staatlichen Investitionen führt, ist zudem die veränderte außenpolitische Situation.
Parallel stärken wir private Investitionen. Mit besseren Abschreibungsmöglichkeiten, der ersten Unternehmenssteuersenkung seit 2008 und rund 12 Milliarden Euro an günstigen Finanzierungen und Beteiligungskapital für den Mittelstand verbessern wir die Bedingungen für unsere Unternehmen.
Für mich gehört beides zusammen. Wir müssen heute gezielt in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes investieren und gleichzeitig den Staat effizienter machen. Weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, wettbewerbsfähige Energiepreise und bessere Bedingungen für private Investitionen sollen neues Wachstum ermöglichen. Das stärkt den Standort Deutschland und schafft zugleich die Voraussetzungen dafür, die Staatsquote wieder auf ein dauerhaft tragfähiges Niveau zurückzuführen.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Feiler, MdB
Parlamentarischer Staatssekretär a. D.
