Wie gedenken Sie die Standorte von Mercedes, Porsche und Audi in BW in den kommenden 2 Jahren wirtschaftlich zu stärken für sichere Arbeitsplätze und florierenden Betrieb?
Sehr geehrte Frau Z.,
herzlichen Dank für Ihre Frage. Sie sprechen ein zentrales Thema der aktuellen Wirtschaftslage in Baden-Württemberg an. Fast jede Familie in unserem Land kennt jemanden, der direkt oder indirekt in der Automobilindustrie beschäftigt ist. Entsprechend groß ist die Verunsicherung angesichts angekündigter Personalentscheidungen.
Baden-Württemberg ist Automobilland. Mit Unternehmen im PKW-Bereich wie Mercedes-Benz, Porsche und Audi verfügen wir über weltweit führende Hersteller mit starken Standorten in Stuttgart, Rastatt, Sindelfingen, Untertürkheim, Zuffenhausen, Neckarsulm und darüber hinaus. Diese Standorte zu sichern und weiterzuentwickeln, ist von strategischer Bedeutung für unser Land – auch wenn es um die Produktion von Nutzfahrzeugen geht.
Bereits 2017 hat die grün geführte Landesregierung mit dem Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg frühzeitig die Weichen gestellt. Ziel war es, gemeinsam mit Industrie, Gewerkschaften, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Transformation aktiv zu gestalten. Mittlerweile wurde dieses Format auch auf anderen politischen Ebenen übernommen. Baden-Württemberg war dadurch Vorreiter beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und bei der Förderung von Forschung in den Bereichen Batterietechnologie, Brennstoffzelle und Softwareentwicklung.
Diese Anstrengungen müssen wir in den kommenden Jahren konsequent fortsetzen und ausbauen. Die Zukunft der Arbeitsplätze bei Mercedes, Porsche und Audi hängt maßgeblich davon ab, ob zentrale Zukunftsfelder – Elektromobilität, Batteriezellfertigung, Leistungselektronik, Software und autonomes Fahren – weiterhin in Baden-Württemberg entwickelt und produziert werden.
Neben dem weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur – insbesondere von Schnell- und Hyperchargern – müssen Stromnetze ausgebaut werden. Wettbewerbsfähige Energiepreise sind ein zentraler Standortfaktor. Die Automobilindustrie bleibt eine Schlüsselindustrie für Baden-Württemberg. Sie wird klimaneutral, digital und stärker vernetzt sein. Wer heute zögert, riskiert morgen Arbeitsplätze. Wer aber entschlossen investiert, kann auch künftig weltweit Maßstäbe setzen.
Cem Özdemir betont, dass Baden-Württemberg Leitregion für nachhaltige Mobilität bleiben soll. Er spricht sich dafür aus, industrielle Wertschöpfung in Europa zu sichern und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Dazu gehört aus seiner Sicht, dass europäische Hersteller im globalen Wettbewerb nicht benachteiligt werden und strategisch wichtige Teile der Lieferketten in Europa gestärkt werden, sodass ein fairer Wettbewerb auf dem europäischen Markt herrscht und langfristiger Mehrwert für die Zukunft entsteht. Gleichzeitig unterstreicht er, dass die Zukunft des Autos emissionsfrei sein muss.
Die kommende Zeit ist entscheidend. Wenn Politik und Wirtschaft weiterhin eng zusammenarbeiten – wie im Strategiedialog begonnen –, können wir die Standorte von Mercedes, Porsche und Audi nicht nur stabilisieren, sondern zukunftsfest aufstellen. Die EU und der Bund müssen hier entsprechend mitziehen.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Zoe Mayer
