(...) Ziel des Gesetzgebungsverfahrens war es, die Situation für die Prostituierten durch eine Stärkung des Selbstbestimmungsrechts zu verbessern und einen besseren Schutz vor Ausbeutung, Zuhälterei, Gewalt und Menschenhandel sicherzustellen. Das Prostitutionsschutzgesetz sollte kein Gesetz sein, das kriminalisiert und Frauen und Männer in der Prostitution in den Untergrund treibt, oder Sexarbeiter davon abhält, sich Hilfe zu suchen. Gerade deshalb war der SPD-Bundestagsfraktion ein Gesetz wichtig, das einen regulierenden Rahmen schafft und für bessere Arbeitsbedingungen sorgt. (...)
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(...) herzlichen Dank für Ihre Frage. Ich bin skeptischer als Sie, was den "Erfolg" des schwedischen Modells angeht. Nach seriösen Zeitungsberichten gibt es dort zwar keine Straßenprostitution mehr, dafür aber weiterhin gekauften Sex (und damit vermutlich auch Menschenhandel) - jetzt aber versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit mit Anbahnung des Geschäfts im Internet und Ausführung in Privatwohnungen. (...)
(...) Wir wollen Zwangsprostitution als Ausbeutung bekämpfen, ohne die zur Prostitution gezwungenen Menschen zu bekämpfen. DIE LINKE will Opfer von Menschenhandel besser schützen. Solange die Betroffenen keinen sicheren und eigenständigen Aufenthaltsstatus erhalten, sind die Täter durch die Angst der Opfer geschützt. (...)
(...) Was Prostitution angeht, gibt es leider keine Belege dafür, dass Repressionen und Kriminalisierung Prostitution verhindern. Ein Verbot der Prostitution lässt diese nicht verschwinden, wie Erfahrungen aus Schweden zeigen. Prostitution würde verlagert, weniger sichtbar, wodurch Prostituierte noch weniger geschützt werden können. (...)

(...) Ich bin gegen das Nordischen Modell, weil es eine Form der Prohibition ist. (...)
(...) Mir persönlich ist bei diesem Thema wichtig, dass gewährleistet ist, dass es zu keiner erneuten Kriminalsierung der Prostituierten selbst kommen darf, da dies ein zusätzliches Druckmittel gegenüber den Frauen schafft. (...)