(...) Ich bin der Meinung, dass besonders die Strukturbrüche nach der Wiedervereinigung, die mangelnde Anerkennung der Lebensleistung vieler Ostdeutscher sowie die gefühlte Distanz zwischen politischen Entscheidungsträgern und den Bürgerinnen und Bürgern nach verschiedenen Verwaltungsreformen auf der kommunalen Ebene, das Phänomen der AfD-Wahl "aus Protest" erklären können. Ich gebe mir größte Mühe "von Mensch zu Mensch" zuzuhören und die Sächsinnen und Sachsen selbst erklären zu lassen, was sie in ihrer gegenwärtigen Lage stört. Oftmals hörte ich so in der Vergangenheit die Erzählung von nicht anerkannten Rentenanwartschaften während der DDR-Zeit, Identitäts- und Berufsbrüchen, einer Zunahme des Individualismus sowie seit den 2000ern von soziale Abstiegsängsten - obwohl die finanzielle Situation persönlich noch nie besser war. (...)
Alle Fragen und Antworten bei abgeordnetenwatch.de
(...) Die Euphorie über das Neue, Unbekannte und die gewonnene Freiheit hielten meiner Meinung nach nicht lange an... es machte sich lange Hilflosigkeit breit, die sich in letzter Zeit in Frust umwandelt. Das Erwachen kam, als Betriebe- auch solche die gut liefen geschlossen und später über die Treuhand veräußert wurden. (...)
(...) auch mich schockiert diese Vorstellung sehr. Ich möchte, dass Brandenburg weiterhin ein offenes und buntes Land bleibt: offen für alle Generationen und für Menschen jeder Herkunft und in einem funktionierenden Zusammenspiel aller Regionen, egal ob ländlich oder städtisch geprägt. Dieses Brandenburg ist in Gefahr. (...)
(...) Solange die AfD sich nicht gegen den rechten Flügel ihrer Partei stellt und keine Mitglieder mit extremistischen Facebookposts ausschließt, ist für mich eine Zusammenarbeit - welcher Art auch immer - nicht möglich. (...)