Sehr geehrter Herr Bauer, wie ist Ihre Einstellung in Bezug auf gendergerechte Sprache?

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Alexander Bauer
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Sehr geehrter Herr Bauer, wie ist Ihre Einstellung in Bezug auf gendergerechte Sprache?

Sehr geehrter Herr Bauer,

Da dieses Thema äußerst aktuell ist, möchte ich Ihnen gerne folgende Frage stellen:

Wie ist Ihre persönliche Einstellung hinsichtlich gendergerechter Sprache? Ist es für Sie ein Schritt zur Gleichberechtigung, da sich hierbei auch Menschen angesprochen fühlen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen, oder gibt es Ihrerseits große Bedenken? Nutzen Sie selbst gendergerechte Sprache und wenn ja, in welcher Form (Genderstern, Unterstrich, Doppelpunkt, Binnen-I etc.)?

Über eine schnelle und ausführliche Antwort würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank.
Arta G.

Frage von Arta G. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 7 Stunden 30 Minuten

Sehr geehrte Damen und Herren,

eigentlich antworte ich nicht auf Fragen, die mir über abgeordenetenwatch.de gestellt werden. Ich brauche keine Plattform für Fragen oder für Lob oder Tadel. Ich bin auf unterschiedlichen Kanälen persönlich und direkt ansprechbar. Das ist für mich als direkt gewählter Wahlkreisabgeordneter eine Selbstverständlichkeit.

Auf die Frage von Frau G., möchte ich dennoch eingehen: Ich bin wie die Übergroße Mehrheit der Deutschen Bevölkerung gegen das (verpflichtende!) Gendern. Fast zwei Drittel der Deutschen (65%) lehnen das Gendern ab. Selbst bei den Jüngeren und Personen mit höherer Bildung befürwortet es nur etwa jeder Dritte. (Infratest Dimap) 36% der Befragten würden sogar ein gesetzliches Verbot des Genderns „eher begrüßen“.
Sprache hat nur begrenzten Einfluss auf reale Verhältnisse. Für das Projekt der Gleichberechtigung ist Sprache nicht relevant. Gendern führt z.B. nicht zu besserer Bezahlung von Frauen: Eine gerechtere Sprache schafft noch keine gerechtere Welt. Auf die Frage „Wie wichtig oder unwichtig ist Ihrer Meinung nach gendergerechte Sprache für die Gleichstellung der Frau in Deutschland?“ antworteten über 60 Prozent „sehr unwichtig“ oder „eher unwichtig“ (INSA-Consulere für „Verein Deutsche Sprache“ 2019).

Die Geschlechtergerechtigkeit von Sprache stellt sich von selbst ein, wenn die gesellschaftliche Realität gleichberechtigt ist. Dann werden auch bei der generischen (männlichen) Form beide Geschlechter assoziiert („Je mehr weibliche Bundeskanzler (Sic!) es gibt, desto mehr denkt man bei ‚Bundeskanzler‘(Sic!) auch an Frauen.“) Deshalb sollten Sprachnutzer und selbst sprachliche Multiplikatoren nicht bewusst in Sprachverhalten eingreifen, sondern eine natürliche Entwicklung von Sprache zulassen. Gendern ist ein akademisches Elitenprojekt und geht an der Lebens- und Sprachwirklichkeit vieler Menschen vorbei; es ist eine Bevormundung und reiner Ausdruck einer politischen Agenda. (Quelle: GEO.de Artikel vom 23.08.2021)

Ich persönlich nutze – in angemessener Art und Weise – die weibliche Form „Miterbeiterinnen und Mitarbeiter“ oder z.B. „Schülerinnen und Schüler“ oder verwende die „neutralisierte“ Form „Studierende“ oder z.B. „Geflüchtete“.

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