Ihre Kritik an Anke Enike - Boah, Bahn!. Welche Auswirkungen haben die Kosten für Werbung auf die Ticketpreise? Warum ärgert Sie der Pfaffensteigtunnel mit 2 Mrd. EUR, und NKV 0,23 nicht?
Die Regierung hat in Sebastian Fiedler SPD öffentlich Kritik an der Werbung Boah Bahn gesäuert, was zur Einstellung der Werbung führte. Das Thema wurde, laut S. Fiedler, im Verkehrsausschuss und Finanzausschuss behandelt.Ihre Kritik an Anke Enike - Boah, Bahn!. Warum ärgert Sie diese Werbung und andere nicht?Welche Auswirkungen haben die Kosten von Fussballwerbung, Boah, Bahn! - Werbung oder anderer Werbung auf die Ticketpreise? Wie ist das Nutzen-Kosten-Verhältnis NKV?Welche Auswirkung hat der Pfaffensteigtunnel, eines der teuersten Infrastrukturprojekte mit 2 Mrd. EUR, und einem extrem unwirtschaftlich NKV von maximal 0,23, auf den Ticketpreis?Warum ärgert Sie das Projekt nicht?
Sehr geehrter Herr R.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Nach meiner Kenntnis liegt hier eine Verwechslung vor. Ich bin für die CDU/CSU Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, bin aber nicht Berichterstatter für die Deutsche Bahn und habe mich zur Kampagne „Boah, Bahn!“ oder zur Werbung des Bahnkonzerns nicht öffentlich geäußert.
Grundsätzlich gilt aus meiner Sicht: Öffentliche Mittel und Mittel bundeseigener Unternehmen müssen verantwortungsvoll eingesetzt werden. Das betrifft Werbeausgaben ebenso wie große Infrastrukturprojekte. Entscheidend ist jeweils, ob Maßnahmen sinnvoll, wirtschaftlich und im Interesse der Fahrgäste sind. Ein direkter, isolierter Zusammenhang zwischen einzelnen Ausgaben und dem konkreten Ticketpreis lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Das gilt auch für den Pfaffensteigtunnel. Gerade hier sollte man beim Nutzen-Kosten-Verhältnis sauber bleiben: Die Bundesregierung nennt für das Gesamtvorhaben Stuttgart–Singen–Grenze D/CH derzeit ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,6. Die Zahl 0,23, die in der Kritik am Pfaffensteigtunnel genannt wird, ist dagegen nach meinem Kenntnisstand keine offizielle Gesamtbewertung des Bundes, sondern eine sehr kritische Bewertung des Tunnels als isolierter Einzelmaßnahme. Beides sollte in der Debatte nicht vermischt werden. Gerne verweise ich hierzu abschließend auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage mit dem Titel „Aktueller Stand der Planungen des Pfaffensteigtunnels“ – Bundestags-Drucksache 21/1992.
Und Herr Fiedler hat seine Kritik nicht als Mitglied der Bundesregierung formuliert, sondern als Abgeordneter. Deshalb sollte die Debatte fair und präzise geführt werden — mit klarem Blick auf die jeweiligen Zuständigkeiten und die tatsächlichen Fakten.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Jordan MdB
