Label
Wäre ein Verbot internetfähiger Smartphones für Kinder unter 14 Jahren nicht die einfachste Lösung gegen die Mediensucht?

Portrait von Alexander Jordan
Alexander Jordan
CDU
100 %
10 / 10 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Tina K. •

Wäre ein Verbot internetfähiger Smartphones für Kinder unter 14 Jahren nicht die einfachste Lösung gegen die Mediensucht?

Sehr geehrter Herr Jordan,
​statt komplizierter Digital-Verbote schlage ich für den Jugendschutz eine einfache Lösung vor: Smartphones erst ab 14 Jahren.
​Wer erreichbar sein muss, nutzt einfache Tastenhandys ohne Internet. Das ist visuell sofort kontrollierbar, beendet den sozialen Druck in Schulen und schützt die Kinder vor Algorithmen, ohne Massenüberwachung zu brauchen. Die Weitergabe von Erwachsenen-Smartphones an Kinder sollte als Verstoß gegen den Jugendschutz geahndet werden.
​Warum setzt die Politik nicht auf so eine pragmatische Lösung, um die lebenspraktische Entwicklung unserer Kinder zu schützen?
„Natürlich lässt sich die private Nutzung zu Hause nie ganz verhindern, aber eine klare Verbannung aus dem öffentlichen Raum und der Schule reduziert die tägliche Dosis radikal und bricht die zerstörerische soziale Dauerpräsenz.
Zudem lernt ein Jugendlicher ab 14 den technischen Umgang in kürzester Zeit.
​Mit freundlichen Grüßen,
Ein Bürger aus Ihrem Wahlkreis
 

Portrait von Alexander Jordan
Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau K.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie dieses wichtige Thema ansprechen.

Als Vater von zwei Kindern kann ich Ihre Sorgen sehr gut nachvollziehen. Vieles von dem, was mit diesem Thema im Zusammenhang steht, beschäftigt auch mich: der soziale Druck schon in jungen Jahren, die ständige digitale Präsenz und die Frage, wie Kinder heute die nötige Ruhe und den Freiraum für eine gesunde Entwicklung bekommen.

Ich teile Ihre Einschätzung, dass wir beim Jugendschutz oft zu kompliziert denken. Natürlich ist Medienkompetenz wichtig. Aber zugleich dürfen wir nicht so tun, als könnten Kinder sich gegen Gruppendruck, permanente Erreichbarkeit und die Sogwirkung digitaler Plattformen allein behaupten. Sie brauchen Schutz, Orientierung und klare Grenzen.

In der politischen Debatte zeigt sich allerdings immer wieder, wie schwer sich einfache und konsequente Regeln durchsetzen lassen. Sobald es um private Nutzung, familiäre Verantwortung und staatliche Eingriffe geht, werden Fragen der Umsetzbarkeit, Verhältnismäßigkeit und Kontrolle aufgeworfen. Das erklärt manche Zurückhaltung, löst aber das zugrunde liegende Problem nicht.

Im Kern geht es hier nicht um Technikfeindlichkeit, sondern um den Schutz von Kindheit und Jugend. Es geht um Zeit für Konzentration, für soziale Reife, für unmittelbare Erfahrungen und für das Einüben lebenspraktischer Fähigkeiten, bevor digitale Dauerpräsenz den Alltag prägt.

Ich danke Ihnen deshalb für Ihre Nachricht und für Ihre Gedanken zu diesem Thema. Solche Hinweise aus der Praxis sind wichtig und helfen, die Debatte stärker an der Lebenswirklichkeit von Familien und Kindern auszurichten.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Jordan MdB

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Alexander Jordan
Alexander Jordan
CDU

Weitere Fragen an Alexander Jordan