Stimmen Sie für die Kopplung von Rentenalter an die Lebenserwartung mit ja oder nein?
Sehr geehrte Frau Lindholz
Deutschland hat mit 67 Jahren bereits eines der höchsten gesetzlichen Renteneintrittsalter in der EU, gleichzeitig aber mit rund 53 Prozent eine der niedrigsten Nettoersatzquoten – deutlich unter dem OECD-Schnitt von etwa 63 Prozent. Länder wie die Niederlande oder Dänemark koppeln ihr Rentenalter zwar ebenfalls an die Lebenserwartung, erreichen aber Ersatzquoten von teils über 80 Prozent. Wäre es nicht an der Zeit, gesetzlich die Rente auf andere Säulen zu verteilen als dies weiterhin hauptsächlich auf einem Generationenvertrag fußen zu lassen, der mit dem demographischen Wandel kollabiert? Meine konkrete Frage: Werden Sie einer automatischen Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung zustimmen? Wenn ja: Warum sollen die Menschen länger arbeiten, ohne dafür am Ende mehr Rente zu bekommen?
Freundliche Grüße,
P.G.
Sehr geehrte Frau G.,
Die Alterssicherungskommission hat vor zwei Wochen ihre Ergebnisse vorgelegt. Einer ihrer zentralen Vorschläge ist, das gesetzliche Renteneintrittsalter künftig an die steigende Lebenserwartung zu koppeln.
Eine Reform in diesem Bereich ist aus meiner Sicht auch notwendig. Sinkende Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung verändern das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern grundlegend. Dadurch gerät das umlagefinanzierte Rentensystem zunehmend unter finanziellen Druck. Um seine langfristige Stabilität und Verlässlichkeit zu sichern, müssen wir diese demografischen Entwicklungen bei der Ausgestaltung unseres Rentensystems berücksichtigen.
Erst auf Grundlage konkreter Gesetzentwürfe wird eine abschließende Bewertung möglich sein. Sobald entsprechende Gesetzesentwürfe vorliegen, bietet auch der parlamentarische Prozess die Möglichkeit, Vorschläge zu prüfen, zu verändern und gegebenenfalls nachzubessern.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea Lindholz MdB
