Label
Frau Rehlinger sollten wir Eltern Heime und Schulen, aufrufen Kinder gegen Gewalt zu erziehen, aber dass die Kinder sich auch gegen Angreifer wehren können müssen.? MfG. Silvia K.

Portrait von Anke Rehlinger
Anke Rehlinger
SPD
73 %
85 / 117 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Silvia K. •

Frau Rehlinger sollten wir Eltern Heime und Schulen, aufrufen Kinder gegen Gewalt zu erziehen, aber dass die Kinder sich auch gegen Angreifer wehren können müssen.? MfG. Silvia K.

Portrait von Anke Rehlinger
Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau K.,

haben Sie herzlichen Dank für Ihr Schreiben. 

Gewalt ist eine schlimme Erfahrung für alle Betroffenen. Umso wichtiger ist es, dafür zu sorgen, dass Gewalt vermieden wird, dass bei Vorfällen eingeschritten wird und dass Menschen - gerade Kinder und Jugendliche - nicht hilflos gegenüber Gewalt sind. Diese drei Ansätze sind gleichermaßen wichtig, sie schließen einander nicht aus.

Gewalt unter jungen Menschen hat in den letzten 20 Jahren insgesamt deutlich abgenommen. Viele Forscherinnen und Forscher machen dafür insbesondere auch die zunehmend gewaltfreie Erziehung verantwortlich. Denn bei Kindern und Jugendlichen, die selbst Gewalterfahrungen gemacht haben, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie selbst zu Gewalt als Mittel greifen. Wer einmal gelernt hat, Konflikte gewaltfrei zu lösen, wird dies auch bevorzugt tun.

Wenn es dennoch zu Gewalt unter Kindern und Jugendlichen kommt, muss klar sein, dass eingeschritten wird. Opfer brauchen Schutz, Anerkennung, Wiedergutmachung und Unterstützung. Tätern muss Einhalt geboten werden. Es muss vor allem daran gearbeitet werden, dass Taten sich nicht wiederholen. Strafen können hier Wirkung zeigen. Täter müssen sich auch mit ihrer Tat auseinandersetzen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist Gewalt oft eine zeitweilige Erscheinung. Pädagogische Maßnahmen sind Erfolg versprechend, so dass aus einmaligen Taten keine Gewaltkarrieren werden.

Sich gegen Gewalt zur Wehr setzen zu können ist natürlich ebenfalls wichtig. Deshalb gibt es Selbstverteidigungskurse, deshalb gibt es Trainings, wie junge Menschen, gerade auch Mädchen, mit Bedrohungen umgehen können – möglichst ohne, dass es eskaliert. 

Alle drei Ansätze sind wichtig. Wir sollten Kindern und Jugendlichen helfen, Konflikte gewaltfrei zu lösen, wir müssen einschreiten, wenn es zu Gewalt kommt und wir müssen Kinder und Jugendliche stark machen, damit sie mit Bedrohungen umgehen können.

Mit freundlichen Grüßen

Anke Rehlinger, MdL

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Anke Rehlinger
Anke Rehlinger
SPD

Weitere Fragen an Anke Rehlinger