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Ich bin Baujahr 1961 und habe große Angst vor meinem Renteneintritt. Halten Sie die Hoffnung auf ein Aus der Renten-Versteuerung für realistisch?

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Armand Zorn
SPD
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Frage von Michaela W. •

Ich bin Baujahr 1961 und habe große Angst vor meinem Renteneintritt. Halten Sie die Hoffnung auf ein Aus der Renten-Versteuerung für realistisch?

Porträtfoto von Armand Zorn, MdB
Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau W.

herzlichen Dank für Ihre offene und ehrliche Frage zum Thema Rentenbesteuerung. Ihre Sorgen hinsichtlich des bevorstehenden Renteneintritts kann ich gut nachvollziehen, und gerade für Ihre Generation ist dies ein besonders sensibles Thema. 

In den vergangenen Jahren hat sich in der Politik viel um die Frage gedreht, wie wir die gesetzliche Rente stabil halten und gleichzeitig sicherstellen, dass Menschen nach einem langen Arbeitsleben im Alter gut abgesichert sind. Die SPD hat sich in der Koalition erfolgreich dafür eingesetzt, das Rentenniveau auch bis zum Jahr 2031 bei 48 Prozent zu garantieren. Dahinter steht der Anspruch, dass die gesetzliche Rente eine tragende Säule bleiben und den Lebensstandard im Alter sichern muss – gerade auch für diejenigen, die schon lange arbeiten und auf eine gerechte Anerkennung hoffen. Im Übrigen lehnen wir die Anhebung des Renteneintrittsalters ab, da insbesondere Menschen mit körperlich anstrengenden Berufen dadurch benachteiligt würden. 

Zu Ihrer konkreten Frage nach der Rentenbesteuerung: Die steuerliche Belastung der Renten ist für viele Menschen nicht nachvollziehbar und häufig kompliziert. Der Hintergrund ist, dass die Rentenbesteuerung infolge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2002 der sogenannten nachgelagerten Besteuerung folgt, was bedeutet: Während der Zeit der Erwerbstätigkeit werden Beträge steuerfrei eingezahlt und später in der Auszahlungsphase besteuert. Die Freibeträge, die dabei zum Tragen kommen, sorgen aber leider nicht immer für die notwendige Entlastung, insbesondere wenn die Lebenshaltungskosten steigen. Hier setzt sich die SPD weiterhin dafür ein, Härten abzubauen und den sozialen Ausgleich zu stärken. 

Ein vollständiges „Aus“ der Rentenbesteuerung ist nach aktuellem Stand jedoch politisch nicht absehbar, auch weil die Finanzierung unseres Sozialstaats auf soliden Füßen stehen muss. Stattdessen arbeitet die SPD daran, die steuerliche Belastung dort zu begrenzen, wo sie unzumutbar wird – vor allem bei niedrigen und mittleren Renten. Der Bundestag hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach nachjustiert, beispielsweise, indem er die steuerliche Grundfreibeträge regelmäßig angehoben hat, wodurch viele Rentnerinnen und Rentner überhaupt nicht mehr oder nur geringfügig Einkommenssteuer auf ihre Rente zahlen müssen. Auch die Neuregelung der Besteuerung im Lichte von Gerichtsurteilen zielt darauf ab, Gerechtigkeit herzustellen. 

Mein Anspruch ist es, dass die Politik die Belastung für Menschen mit kleinen und durchschnittlichen Renten insgesamt weiter verringert. Die SPD plädiert daher für eine steuerliche Förderung von betrieblichen und privaten Altersvorsorgemaßnahmen und unterstützt gezielt Geringverdiener. Ebenso ist es mir wichtig, dass wir die Lebenshaltungskosten älterer Menschen stabil halten – gerade in Zeiten steigender Inflation. 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihrem Renteneintritt mit Zuversicht entgegenblicken können. Meine Haltung ist, dass wir Ihnen und Ihrer Generation einen verlässlichen, gerechten Ruhestand schulden – ohne unzumutbare steuerliche Belastungen. Die politische Debatte über die konkrete Ausgestaltung der Rentenbesteuerung wird sicher noch weitergeführt werden. Für die SPD bleibt das Ziel klar: Die finanzielle Sicherheit im Alter muss für alle Bürgerinnen und Bürger an erster Stelle stehen. 

Mit freundlichen Grüßen 

Armand Zorn 

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