Setzen Sie sich dafür ein, dass ambulante Psychotherapie ohne Kürzungen und unfaiere Budgetierung erhalten bleibt?
Sehr geehrte Frau Lay,
ambulante Psychotherapie ist zeit- und personengebunden. Diese Leistungen können nicht delegiert werden. Eine Budgetierung würde enorme Einnahmenbußen bedeuten.
https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1167060
Sehr geehrte Frau N.
Vielen Dank für Ihre wichtige Frage. Ja, meine Fraktion Die Linke und ich werden uns gegen die geplanten Budgetierungen und Honorarkürzungen in der ambulanten Psychotherapie einsetzen. Die aktuelle Gesundheitspolitik der Regierung steuert hier sehenden Auges auf eine Verschlechterung der Versorgung zu.
Sie sprechen den entscheidenden Punkt an: Psychotherapie ist zeit- und personengebunden. Während andere Facharztgruppen durch den Einsatz von Technik oder die Delegation von Aufgaben an medizinisches Fachpersonal gewisse Effizienzreserven mobilisieren können, ist das in der Psychotherapie unmöglich. Eine Therapiestunde dauert 50 Minuten – diese Zeit und das persönliche Gespräch und der Beziehungsaufbau lassen sich nicht „wegrationalisieren“.
Wenn nun von der Bundesregierung Budgetierungen geplant werden, ist das ein Schlag ins Gesicht für alle Therapeutinnen und Therapeuten. Eine Deckelung der Honorare bedeutet am Ende nichts anderes, als dass Sie für Ihre so wichtige Arbeit faktisch nicht mehr bezahlt werden, sobald ein künstliches Limit erreicht ist. Das ist schlichtweg ungerecht und für viele Praxen existenzbedrohend. Und für viele Ihrer tatsächlichen und potenziellen Patientinnen und Patienten ist die Streichung in der Konsequenz seelisch und gesundheitlich bedrohlich.
Es ist fatal, dass der Rotstift ausgerechnet dort angesetzt werden soll, wo Menschen psychotherapeutische Hilfe und Unterstützung brauchen, während gleichzeitig die psychischen Belastungen in unserer Gesellschaft massiv zunehmen. Für mich und meine Fraktion ist klar: Gesundheit darf keine Ware sein und darf nicht dem Sparzwang der Krankenkassen geopfert werden. Wir brauchen keine Budgetierung, sondern eine verlässliche Finanzierung und endlich eine solidarische Bürgerversicherung, damit das System gerecht finanziert wird.
Seien Sie sicher, dass meine Fraktion und ich im Bundestag weiter laut sein werde gegen diese Pläne. Wir brauchen echte Wertschätzung für Ihre Arbeit – und keine Honorarkürzungen durch die Hintertür.
Freundliche Grüße
Caren Lay
