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Sind Sie für die Koppelung der Lebenserwartung an Remteneintrittsalter?

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Christos Pantazis
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Frage von Isil M. •

Sind Sie für die Koppelung der Lebenserwartung an Remteneintrittsalter?

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau M.,

ich bin gegen eine automatische Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Die durchschnittliche Lebenserwartung allein ist aus meiner Sicht kein geeigneter Maßstab dafür, wie lange Menschen arbeiten sollten. Denn sie sagt wenig über die individuellen Belastungen und Lebensrealitäten aus.

Es macht einen erheblichen Unterschied, ob jemand über Jahrzehnte körperlich oder psychisch besonders belastende Arbeit geleistet hat oder erst nach einem längeren Bildungsweg ins Berufsleben eingestiegen ist. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung zwischen verschiedenen Berufs- und Einkommensgruppen zum Teil deutlich variiert. Deshalb halte ich die Zahl der Beitragsjahre für den gerechteren Maßstab. Wer viele Jahrzehnte gearbeitet und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, muss sich auf verlässliche Rahmenbedingungen verlassen können. Ich halte es deshalb für richtig, dass Menschen nach 45 Beitragsjahren weiterhin die Möglichkeit haben, ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen. Ebenso wichtig ist für mich der Vertrauensschutz: Lebens- und Berufsentscheidungen werden häufig über Jahrzehnte hinweg getroffen und dürfen nicht kurzfristig durch neue Regelungen infrage gestellt werden. Gleichzeitig steht außer Frage, dass wir die gesetzliche Rentenversicherung angesichts des demografischen Wandels langfristig stabilisieren müssen. Dafür braucht es aus meiner Sicht jedoch keine automatische Anhebung des Renteneintrittsalters. Entscheidend ist vielmehr, die Finanzierungsbasis zu stärken, gute und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu fördern und möglichst viele Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen.

Über die Empfehlungen der Alterssicherungskommission werden wir im Deutschen Bundestag sorgfältig beraten. Für mich steht dabei fest: Eine nachhaltige Reform muss die Rentenversicherung zukunftsfest machen, ohne diejenigen zusätzlich zu belasten, die über viele Jahre gearbeitet und unser Gemeinwesen getragen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christos Pantazis, MdB

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