Frage an Cornelia Ernst bezüglich Umwelt

Cornelia Ernst
Cornelia Ernst
DIE LINKE

Frage an Cornelia Ernst von Puevfgvna Ebgmbyy bezüglich Umwelt

22. Mai 2019 - 20:36

Sehr geehrte Frau Dr. Ernst,

in ihrem Wahlprogramm zur Europawahl schreiben Sie unter Punkt 6: "Kryptowährungen wie Bitcoin, die bei ihrer 'Schürfung' große Mengen Strom verbrauchen, wollen wir verbieten."

Haben sie Statistiken die klar belegen, dass das Bitcoin-Mining in Europa nur zu 18% mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben wird, um ihr Verbot zu stützen?

Denn als Begründung für dieses "Verbot" erwähnen sie immer wieder, dass nur "18% des Stroms in der EU aus erneuerbaren Quellen erzeugt" wird und deshalb Bitcoin-Mining/Schürfung mit seinen hohen Energiemengen ein Problem für das Klima sei.

Diese 18% scheinen allerdings ein genereller EU-Durchschnittswert zu sein (über alles und jeden), der nicht den wirklichen Stromverbrauch des Bitcoin-Minings in Europa wiederspiegelt. Bitcoin-Mining ist mittlerweile eine hoch spezialisierte Industrie, die optimiert nach lokalen Strom-Überkapazitäten sucht, weil dort der Strom am günstigsten ist - und diese sind oft bei Wasserkraft, Geothermie oder Biogas zu finden.

Den kleinen Hobby-Miner, der seine Energie aus der durschnittlichen Steckdose bezieht, den gibt es heute praktisch nicht mehr. Daher hier generelle Durchschnittswerte als Datenbasis für eine solche weitreichende politische Entscheidung anzusetzten (Verbot), erscheint mir absolut ungeeignet. Und kann bei falscher Datenlage sogar negative Folgen für das globale Klima haben: Wenn wir saubere Miner in Europa vom Netz nehmen und damit schmutzige Miner weltweit begünstigen.

Ich halte es generell für richtig und wichtig kritisch zu hinterfragen, wie hoch der Anteil an fossilen Energien und damit die CO2-Bilanz beim Europäischen Bitcoin-Mining wirklich ist. Planen sie denn zumindest bevor sie ein Verbot politisch umsetzten würden, die Datenbasis für die Entscheidung im EU-Parlament zu konkretisieren?

Frage von Puevfgvna Ebgmbyy
Antwort von Cornelia Ernst
23. Mai 2019 - 09:13
Zeit bis zur Antwort: 12 Stunden 36 Minuten

Sehr geehrter Herr Ebgmbyy,

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Sie schreiben, dass die hoch spezialisierte Bitcoin-Mining-Industrie optimiert nach lokalen Strom-Überkapazitäten sucht. Doch Sie sind doch sicherlich wie alle anderen Verbraucher auch auf den Strommix vor Ort angewiesen.

Oder erzeugen Sie Ihren Strom aus erneuerbaren Quellen selbst? Vor Ort? Das wäre sehr zu begrüßen und DIE LINKE würde so etwas immer unterstützen. Denn eine dezentrale, lokale, erneuerbare Energieerzeugung ist das beste, was wir für die europaweite Energiewende tun können.

Mit freundlichen Grüßen,

Cornelia Ernst