Wie werden verunreinigte Impfstoffe nicht nur vom Impfstoffhersteller, sondern auch davon unabhängig, genau untersucht und auch die Ursachen der Verunreinigungen ermittelt?

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Daniel Freund
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Wie werden verunreinigte Impfstoffe nicht nur vom Impfstoffhersteller, sondern auch davon unabhängig, genau untersucht und auch die Ursachen der Verunreinigungen ermittelt?

Sehr geehrter Herr Freund,

bereits bei mehreren Impfstoffen wurden Verunreinigungen festgestellt, wie jetzt auch in Japan.

Quellen (unter anderen):
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/verunreinigter-impfstoff-in-japan-17507230.html
https://www.hna.de/gesundheit/astrazeneca-corona-impfstoff-verunreinigungen-proteine-forscher-90682513.html
https://www.bundestag.de/presse/hib/691616-691616
https://www.infranken.de/ratgeber/gesundheit/coronavirus/nach-panne-60-millionen-impfdosen-johnson-johnson-muessen-vernichtet-werden-art-5223088

Unabhängig davon, ob Impfstoffe nun mit Proteinen, DNA, Schwermetallen oder etwas anderem (vielleicht Graphenoxid) verunreinigt sind: Welche Kontrollen finden statt? Wie und durch wen werden die Impfstoffe untersucht? Wie könnte noch zusätzlich untersucht werden? Vielleicht mit externen Kontrollen der Herstellung? Kann wirksam verhindert werden, dass Impfstoffe mit Verunreinigungen verwendet werden?

Mit freundlichen Grüßen

Frage von Reinhard G. am
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Zeit bis zur Antwort: 1 Monat 2 Wochen

Sehr geehrter Herr Großmann,

vielen Dank für Ihre Frage.

Nachdem ein Impfstoff zugelassen wird, wird zusätzlich jede Impfstoffcharge in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) geprüft. Nur wenn die festgelegten Kriterien hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit erfüllt sind, wird vom PEI auch die Freigabe für diese Charge gegeben.

Die Methoden sind bei den oben von Ihnen genannten Stoffen unterschiedlich. Im Falle der Fremdproteine in AstraZeneca Chargen, gibt es bei den momentanen Qualitätskontrollen einen festgelegten Grenzwert. Diese werden mit der ELISA Methode gemessen. Forscher*innen der Uni Ulm geben nun aber zu bedenken, dass z.B. die gefundenen Fremdproteine in AstraZeneca mit dieser Methode gar nicht gefunden werden können. Deshalb empfehlen sie, dass die Methode mit anderen Methoden ergänzt werden muss.

Im Falle der nachgewiesenen Schwermetalle, wurden die verunreinigten Chargen vom PEI zurückgehalten, da sie rechtzeitig gefunden wurden.

Ich denke, dass es keine weiteren externen Kontrollen bei der Herstellung benötigt, da wir mit dem PEI schon eine Kontrollinstanz haben, die unabhängig von den Pharmaunternehmen, die Impfstoffe vor Eintritt auf den deutschen Markt überprüft. Jedoch ist es wichtig, dass das PEI in regelmäßigen Abständen die Zulassungskriterien als auch die Methoden zur Erkennung von Verunreinigungen überprüft und ggf. anpasst.

Die Berichterstattung in der Presse zeigt deutlich, dass die Kontrollen zu funktionieren scheinen. Verunreinigungen werden festgestellt, die verunreinigten Impfstoffe entsprechend aus dem Verkehr gezogen und die Öffentlichkeit dann breit darüber in der Presse informiert.

Herzliche Grüße,

Daniel Freund

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