Sie sprechen davon aus den Wahlniederlagen Konsequenzen zu ziehen, aber die Bundes-SPD diskutiert direkt wieder über Belastung kleiner Einkommen. Wie glauben sie, dass das der SPD oder Menschen hilft?
Sehr geehrter Herr Wiese,
Die SPD musste einige defitige Wahlniederlagen einstecken, die offensichtlich aus dem Gefühl heraus kommen, dass die SPD kein Gespür mehr dafür hat wie schwer es aktuell den Menschen im Land, den Arbeitern, fällt klar zu kommen.
Wie kann in dieser Situation ernsthaft darüber nachgedacht werden, die Einkommenssteuer zu senken (wovon vor Allem die Großverdiener mit 100k+ im Jahr profitieren) und dafür die MwSt zu erhöhen, was vor Allem Geringverdiener belastet, da die mehr ihres Einkommens für den Konsum ausgeben? Wieso wird das (wenn man die Einkommensst. Senkung will) nicht mit einer erhöhten Erbschafts- oder der Vermögenssteuer gegenfinanziert?
Wieso diskutieren wir über das Ehegattensplitting was wieder mehr Bürokratie schafft und wieder nur mit Gewalt und Druck auf z.B. pflegende Angehörige Arbeitet? Wir haben 3 Mio Arbeitslose und 600k offene Stellen. Selbst wenn diese "Motivation" klappt, können das kaum welche machen. Wer arbeiten kann, macht das auch.
Sehr geehrter Herr N.,
danke für die Anfrage zur aktuellen Lage der SPD. Ich nehme Ihre Kritik ernst und denke, dass sich die SPD zu weit vom eigenen Wählerklientel entfernt hat. Lars Klingbeil hat gute Vorschläge gemacht, die wir in diesem Land aktuell dringend brauchen und die gerade der arbeitenden Mitte der Bevölkerung nützen. Hier gibt es die Rede zum Nachlesen und -hören: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Reden/2026/2026-03-25-lars-klingbeil-bei-bertelsmann-stiftung.html. Daran gilt es jetzt zu arbeiten, um wieder Politik für die arbeitende Mitte zu machen, die dort auch spürbar ankommt.
Innerparteilich geht es nun darum mit möglichst vielen Mitgliedern an einem Grundsatzprogramm zu arbeiten, in dem sich alle Ebenen von der Basis bis zur Parteispitze wiederfinden. Dabei darf es keine Denkverbote geben. Nur so bringen wir wieder die Themen in den Fokus, die die Mitte der Bevölkerung betreffen.
Beste Grüße
Dirk Wiese
