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Um wieviel könnte der Gesamtsozialversicherungsbeitrag gesenkt werden, wenn alle Erwerbstätigen in die Sozialversicherung einzahlen würden?

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Frage von Manfred M. •

Um wieviel könnte der Gesamtsozialversicherungsbeitrag gesenkt werden, wenn alle Erwerbstätigen in die Sozialversicherung einzahlen würden?

Sehr geehrter De Masi,

Um wieviel könnte der Gesamtsozialversicherungsbeitrag gesenkt werden, wenn alle Erwerbstätigen in die Sozialversicherung einzahlen würden?

Gibt es von BSW Berechnungen um wieviel sich die Gesamtsozialversicherungsbeiträge senken würden, wenn alle Erwerbstätigen ein das System einzahlen würden. Das hätte bestimmt Auswirkungen auf die Exportwirtschaft. Berechnungen der Hans-Böckler-Stiftung u. a.

Vielen Dank für Ihre Antwort

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Antwort von BSW

Sehr geehrter Herr M.,

ein Sozialversicherungspunkt umfasst derzeit 17 Mrd. Euro. Wie stark die Sozialversicherungsbeiträge gesenkt werden könnten, wenn alle Erwerbstätigen in die Sozialversicherung einzahlen würden, lässt sich nicht so pauschal beantworten. Dies hängt von Entwicklungen wie der Zunahme der Produktivität und der Löhne sowie vom Umfang der Sozialleistungen ab.  

Es wäre sehr sinnvoll, wenn alle Erwerbstätigen – inklusive Beamte und Politiker – in die Rentenkasse einzahlen würden. Um jedoch auch dann ein auskömmliches Rentenniveau zu finanzieren, das etwa 75 Prozent des Lebens-Nettoeinkommens von Erwerbstätigen entspricht (dies ist in zahlreichen EU-Staaten der Fall), müssten die Rentenbeiträge langfristig moderat steigen. Dies wäre jedoch dann kein Problem, wenn diese Steigerungen über längere Zeiträume (zum Beispiel 30 Jahre) erfolgen und auch Produktivität und Löhne wachsen.

Es ist hingegen nicht sinnvoll, wenn – wie mit der Rentenreform der Bundesregierung beabsichtigt – die Rentenbeiträge steigen und somit den Beschäftigten und Unternehmen Kaufkraft entzogen wird, um eine Börsenrente zu subventionieren. Dabei sollen besonders renditestarke Anlagen gewählt werden. Das bedeutet, dass die ohnehin schon schwache Kaufkraft in Deutschland geschwächt wird, um etwa die hochliquiden US-Aktienmärkte zu finanzieren.  

Zudem lösen Finanzmärkte das Problem der Alterung in der Alterssicherung nicht. Denn auch die Renditen auf den Finanzmärkten müssen erwirtschaftet werden. Der Unterschied ist: Banken, Versicherungen und Fonds verdienen mit und senken somit die Auszahlungen an die Rentner.  
Wenn bei gegebener Investitionsnachfrage mehr Rentengelder auf den Finanzmarkt strömen, senkt dies zudem die durchschnittlichen Renditen. Hinzu kommt, dass Rentner, die das Pech haben, ihre Börsenrenten nach einer Finanzkrise zu beziehen, Ansprüche verlieren.

Das BSW strebt daher eine Rentenversicherung wie in Österreich an, in die alle Erwerbstätigen einzahlen, auch Beamte, Politiker und Selbstständige.  

Ein aktuelleres Papier dazu finden Sie hier:

https://bsw-vg.de/parteivorstand-beschliesst-positionspapier-eine-gute-rente-fuer-alle/   

Zudem muss die Politik ein hohes Niveau öffentlicher und privater Investitionen bzw. der Produktivität, hohe Beschäftigung und gute Löhne sicherstellen. Dann ist eine auskömmliche Rente auch solide finanzierbar.

Mit freundlichen Grüßen 
Fabio De Masi


Mehr Informationen zu meiner Arbeit im EU-Parlament finden Sie in meinem Newsletter:

https://www.fabio-de-masi.de/de/topic/3.newsletter.html 
 

und auf meinem You-Tube-Kanal:

https://www.youtube.com/channel/UCf_LXakoIB1vA6Ra1IlzNLg 

Kürzlich habe ich auch ein Buch zu meiner Arbeit veröffentlicht.

https://www.rowohlt.de/buch/fabio-de-masi-geld-macht-verbrechen-9783498005436?srsltid=AfmBOoptaVgL8fnBwKJHMav7mK9CYP4ud7icaxUlpkcYIpYAVnHWc74y 

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